Der Tagesspiegel : Flagge zeigen für den Lausitzring

Rund um die Rennstrecke wehen US-Fahnen. Anfang Mai startet mit der Champ-Car-Serie die neue Saison

Claus-Dieter Steyer

Klettwitz. Die Orte rund um den Lausitzring zeigen ab sofort Flagge – die US-amerikanische. Auf Marktplätzen, vor Rathäusern oder an Kneipen weht das Sternenbanner. „Das ist unser Ausdruck der Sympathie für die Rennstrecke“, sagt der Senftenberger Bürgermeister Klaus-Jürgen Graßhoff. „Das Rennen der amerikanischen Champ-Car-Serie soll ein echter Knaller für die Piste wie für die Region werden.“ Deshalb übernehmen insgesamt zehn Orte eine Art Patenschaft für einzelne Fahrer des Feldes. Für die Kommunen springen ein Mittagessen mit Rennpilot und Einwohnern sowie verbilligte Tickets heraus. Selbst Potsdam will sich beteiligen.

Hintergrund der Aktion, zu der in Senftenberg auch ein amerikanisches Kneipenfest gehört, ist das in den vergangenen Jahren nicht immer ungestörte Verhältnis der Ringbetreiber zu den umliegenden Orten. Der Funke der Begeisterung sprang nie so richtig über. Noch längst nicht vergessen ist der Ärger über die versuchte Umbenennung des Lausitzrings in „Eurospeedway Berlin-Brandenburg“ ohne jeglichen Hinweis auf die Lausitz. Erst der Protest der Region und der Landesregierung ließ die Geschäftsführung umdenken. Geschäftsführer Hans-Jörg Fischer wollte die „Provinzialität“ aus dem Namen streichen und hat nun notgedrungen umgelernt. „Für den Erfolg einer Veranstaltung brauchen wir eine gute Stimmung in der Region“, sagt Fischer, der seit Eröffnung der Strecke im August 2000 das Kommando führt.

Dabei grenzt es schon an ein kleines Wunder, dass die Champ-Car-Serie überhaupt noch einmal in der Lausitz Station macht. Das nach eigenem Werbespruch „Schnellste Autorennen der Welt“ lockte zur Premiere in Europa 2001 an drei Tagen immerhin fast 150 000 Zuschauer an. Doch im Vorjahr musste der hauptsächlich mit Steuergeldern gebaute Ring Insolvenz anmelden. Das Rennen wurde abgesagt.

„Diesmal übernimmt die Champ-Car-Organisation das gesamte finanzielle Risiko“, erklärt Geschäftsführer Fischer. „Wir stellen unser Know-how und unsere Organisationskraft zur Verfügung.“ Das sei ein Novum in der Geschichte dieser Rennen mit 800 PS starken und bis zu 400 Kilometer schnellen Autos. Außerdem stellte die Landesregierung ein Darlehen über zwei Millionen Euro zur Verfügung, um die Saison abzusichern. Der Kredit soll durch den Verkauf der Rennstrecke zurückgezahlt werden. Nach Fischers Angaben gibt es eine „Hand voll Interessenten“. Darunter befindet sich der Nürburgring.

Für das Champ-Car-Rennen vom 9. bis 11. Mai sind bislang 48 000 Karten verkauft worden. Am eigentlichen Renntag, dem 11. Mai, werden 70 000 Besucher erwartet. Die Preise für die an allen drei Tagen gültigen Karten liegen zwischen 49 und 149 Euro. Deutsche Fahrer werden nicht am Start sein.

Weitere Informationen unter der Ticket-Hotline 01805/88 02 88 und im Internet unter www.eurospeedway.de .

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