Fünf Feuer in zehn Tagen : Bauern in der Oberhavel im Visier?

Die Polizei in Oberhavel hat es erneut mit einer Brandserie zu tun. Vor allem in Scheunen gingen in den letzten zehn Tagen Flammen auf.

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In den letzten zehn Tagen brannten in der Oberhavel mehrere Scheunen. Foto: dpa
In den letzten zehn Tagen brannten in der Oberhavel mehrere Scheunen.Foto: dpa

Als Erstes brannte eine Scheune in Großmutz, dann ging eine weitere in Grundmühle in Flammen auf. Danach zerstörte ein Feuer eine Scheune in Osterne und in Nassenheide wurden 50 Strohballen in Brand gesteckt. Um ein Haar hätten dabei die Flammen auch auf einen Stall mit 100 Mastbullen übergegriffen, an dessen Außenwand die Ballen gestapelt waren. Am gestrigen Mittwoch schließlich musste die Feuerwehr wegen eines Brandes in Grüneberg ausrücken. Es brannte zwar keine Scheune, dafür aber ein leer stehendes Gebäude einer früheren (BHG). Durch die BHGn wurden in der DDR die landwirtschaftlichen Betriebe mit Geräten, Düngemittel und anderen Produktionsmitteln versorgt.
Nach dieser Reihe von Bränden auf Höfen rund um Zehdenick wähnen sich Bauern im Landkreis Oberhavel im Visier eines oder mehrerer Feuerteufel. Bereits jetzt gehen die entstandenen Schäden in die Millionen-Höhe. Doch ob es sich wirklich in allen bisher bekannten fünf Fällen um Brandstiftung handelt, ist der Polizei zufolge noch nicht geklärt.

Brandstiftung in Nassenheide


„Die kriminaltechnischen Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, bis auf einen Fall. In Nassenheide war es definitiv vorsätzliche Brandstiftung“, berichtet Dörte Röhrs, Sprecherin der Polizeidirektion Nord in Neuruppin. Da die Strohballen dort außerhalb des Stall gebrannt hätten und weder elektrische Geräte in der Nähe gewesen seien noch wegen des nassen Wetters eine Selbstentzündung anzunehmen sei, müsse der Brand vorsätzlich gelegt worden sei. Wann die Ergebnisse der anderen Untersuchungen vorliegen, sei schwer zu sagen, so Röhrs weiter. Bislang gebe es keine weiteren Gemeinsamkeiten, als dass es sich in allen Fällen um landwirtschaftliche Gebäude gehandelt habe und alle Brände im nördlichen Oberhavel ausgebrochen seien.

Polizei zieht Zusammenhang in Erwägung


Trotzdem ziehe die Polizei „einen Zusammenhang in Erwägung“, räumt Sprecherin Röhrs ein. „Wir haben eine dreiköpfige Ermittlungsgruppe gebildet. Unterstützt wird sie von den örtlichen Revierpolizisten. Die kennen schließlich ihre Pappenheimer.“ Ob es ein Pappenheimer war, werde derzeit überprüft, erklärt Röhrs. Auffällig ist die zeitliche Nähe. Gebrannt hat es am 4., 5., 7., 8. und 11. Dezember. Allein in Osterne beläuft sich der Sachschaden auf eine Million Euro. In der Scheune befanden sich drei Traktoren, ein Mähdrescher, ein Düngerstreuer und 380 Strohballen. „Man hat jetzt auf jeden Fall ein mulmiges Gefühl“, sagt der betroffene Landwirt aus Nassenheide, Wido Beier. Sein Schaden bewege sich im vierstelligen Bereich.
Bereits 2012 bereitete den Polizisten in Oberhavel eine Brandserie Kopfzerbrechen – nachweislich wurden die Feuer gelegt, ein Täter trotz 5000 Euro Belohnung nicht gefasst. „Wir untersuchen einen möglichen Zusammenhang zu den aktuellen Fällen, auch wenn wir noch nicht wissen, ob es sich bei den jüngsten Feuern wirklich um Brandstiftung gehandelt hat“, sagt Röhrs.

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