Der Tagesspiegel : Gedenken in Brandenburg: Normalität trotz Trauer in der Lausitz

Claus-Dieter Steyer

Das Wetter passte sich der gedämpften Stimmung auf dem Lausitzring an: Regen, Wind und niedrige Temperaturen schreckten zwar Tausende Rennsportbegeisterte von einem Besuch nicht ab, aber die Absage der beiden gestrigen Trainingsläufe für das Champ-Car-Rennen am Sonnabend wegen nasser Fahrbahn störte kaum jemanden. "Wenn ich mir nicht vorher die 515 Mark teure Karte besorgt hätte, wäre ich sicher gar nicht erst in die Lausitz gekommen", sagte Thomas Löber aus der Nähe von Stuttgart. 75 Mark kostete außerdem der Zeltplatz. "Ich kann doch nicht jemandem zujubeln, wenn in meinem Kopf noch die schrecklichen Fernsehbilder festsitzen."

Die Teilnehmer der "German 500" selbst reagierten unterschiedlich. "Wir richten uns nach unseren Teams", sagte der Sprecher der Fahrer, Mauricio Gugelmin, aus Brasilien. "Wenn wir starten sollen, setzen wir uns in die Wagen." Der Kurs in der Lausitz sei hervorragend, die Fahrer wollten fahren. Bei der morgendlichen Trauerminute für die Opfer der Terroranschläge zeigten die Rennfahrer allerdings sichtbar Gefühle.

Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) verteidigte bei einem Besuch die Austragung der Veranstaltung. "Wir wollen bei aller Trauer um die Opfer zur Normalität übergehen", sagte er. Für die Sicherheit der Zuschauer auf dem Lausitzring werde alles unternommen.

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