Der Tagesspiegel : Grenzschützer half Bande von Autoschiebern Bestochener Beamter verzichtete auf Kontrolle

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KüstrinKietz - Die Polizei hat bei einer Großrazzia in Ostbrandenburg in der Nacht zu Mittwoch eine international operierende Auto- und Zigarettenschmuggelbande zerschlagen. Dabei wurden laut Landeskriminalamt rund 20 Personen vorläufig festgenommen. Drei Beschuldigte im Alter zwischen 26 und 47 Jahren kamen in Untersuchungshaft. Darunter befindet sich auch ein Angehöriger des Bundesgrenzschutzes, der am nordöstlich Berlins gelegenen Übergang Küstrin-Kietz seit November 2003 mehrere gestohlene Fahrzeuge unkontrolliert durchgewunken haben soll.

„Nach unseren Ermittlungen arbeitete der Beamte eng mit der Bande zusammen“, erklärte der Sprecher des Landeskriminalamtes, Toralf Reinhardt. Er habe es stets so eingerichtet, dass nur er bei der Passage der gestohlenen Fahrzeuge am Übergang stand. Dafür habe er von der Bande Geld bekommen – wie viel, sei noch nicht ermittelt, sagte Reinhardt. Er soll die Verschiebung von mindestens fünf hochwertigen Wagen der Typen Mercedes und BMW im Gesamtwert von 450 000 Euro nach Polen ermöglicht haben. Diese waren laut Polizei zuvor in Berlin und Umgebung zielgerichtet gestohlen worden. In zwei weiteren Fällen bemerkten die Autobesitzer frühzeitig den Diebstahl ihrer Fahrzeuge, die von der Polizei noch vor der Grenze sichergestellt werden konnten.

Außerdem steht die Bande im Verdacht, große Mengen unversteuerter Zigaretten aus der Ukraine nach Deutschland geschmuggelt und hier verkauft zu haben. Ausgelöst wurde die Razzia nach der Kontrolle eines Transportes in Sachsen-Anhalt, in dem Zollbeamte auf 840 Stangen geschmuggelter Zigaretten stießen. An der Grenze selbst ist der Zoll seit Polens EU-Beitritt nicht mehr präsent. Ste.

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