Der Tagesspiegel : Grenzschutz: Fast die Hälfte der illegalen Migranten wird geschleust

Die Schleuserkriminalität an den östlichen Außengrenzen ist nach Erkenntnissen des Bundesgrenzschutzes (BGS) immer stärker in Händen straff organisierter Banden. Rund 16 500 Personen wurden im vergangenen Jahr beim illegalen Versuch nach Deutschland zu kommen an den Grenzen zu Polen und Tschechien festgesetzt, wie der Präsident des Grenzschutzpräsidiums Ost, Udo Hansen, im Juni in Berlin auf einem Sicherheitsforum sagte. Nach BGS-Angaben lag die Zahl der Aufgegriffenen 1999 bei 11 100. Der Migrationsdruck auf Deutschland stagniere "weiterhin auf hohem Niveau", betonte er. Als "sicherheitspolitisch äußerst bedenklich" bezeichnete Hansen den Umstand, dass die Zahl der geschleusten Menschen zunehme. Bei etwa 40 Prozent der Festgenommenen hätten Beweise für eine organisierte illegale Einreise nach Deutschland vorgelegen. Damit werde die "unerlaubte Einreise zunehmend Betätigungsfeld der organisierten Kriminalität". Kriminelle erwarteten "hohe Nettogewinne bei geringem Einsatz und Risiko, ohne Investitionen". Es seien nur einige "Reisebüros und ein paar Fußschleuser" notwendig, fügte Hansen hinzu. Die Schleuserorganisationen haben im Vorjahr ihr Betätigungsfeld verlagert. Allein 12 000 illegal Einreisende wurden an der deutsch-tschechischen Grenze festgenommen. Lediglich 3300 Personen seien an der grünen Grenze zu Polen auf frischer Tat gestellt worden. Hansen führte dies auf die verstärkte Überwachung dieses Außengrenzenabschnitts zurück. Seit August 1998 hat es laut BGS insgesamt 2500 gemeinsame Streifengänge von Bundesgrenzschutz und polnischem Grenzschutz östlich und westlich von Oder und Neiße gegeben.

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