Der Tagesspiegel : Kauffmann verlässt Weimar: Stiftungspräsident übernimmt Aufgabe in Neuhardenberg

Bernd Kauffmann, Präsident der Stiftung Weimarer Klassik, wird Weimar verlassen. Der frühere Generalbeauftragte für das Kulturstadtjahr Weimar 99 erklärte am Freitag, er wolle künftig in Schloss Neuhardenberg bei Berlin ein Zentrum für Kulturwissenschaft aufbauen. Der 55-jährige Jurist will im Juni 2001 als Generalbevollmächtigter der Tagungs- und Begegnungsstätte zu der Einrichtung wechseln, die vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Neuhardenberg getragen wird. Nach Angaben des Verbandes wird Kauffmann außerdem Geschäftsführer der künftigen Träger-GmbH. Die Einrichtung in dem 3400 Einwohner-Ort 70 Kilometer östlich von Berlin soll zu einem Zentrum für Kultur, Wissenschaft und Wirtschaftsethik mit internationaler Ausstrahlung werden.

Der Verband investiert für die Renovierung des Schlosses 110 Millionen Mark. Der preußische Baumeister Karl Friedrich Schinkel hatte 1820 den Auftrag übernommen, ein barockes Landschlösschen zum klassizistischen Palais städtischer Prägung umzubauen. Zu der Anlage gehören noch zwei Kavaliergebäude, Orangerie, Gästetrakt und Park. In den 40er Jahren traf sich dort auch der Widerstandskreis um Graf Stauffenberg. Das Schloss ist auch für den Empfang von Regierungsgästen im Gespräch. Zur Konzeption der Einrichtung wollte Kauffmann noch nichts sagen.

Er sei gefragt worden, ob er die neue Aufgabe übernehmen wolle, sagte Kauffmann. Die Umstrukturierung der Stiftung sei die geeignete Zäsur. "Ich habe mir erlaubt, die sachliche Zäsur mit einer persönlichen zu verbinden." Nach neun Jahren sei es der richtige Zeitpunkt, sich zu fragen, wie es weitergehen solle. Kauffmann meinte, in Weimar sei nach dem Kulturstadtjahr viel unterlassen worden. Dies habe aber nichts mit seiner Entscheidung zu tun. Kauffmann war 1992 zur Stiftung gekommen und außerdem Intendant des Kunstfestes und Generalbeauftragter für das Kulturstadtjahr Weimar 99. Der aus dem westfälischen Aahaus stammende Jurist arbeitete erst als Rechtsanwalt, später im niedersächsischen Kultusministerium und war seit 1985 Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen.

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