Der Tagesspiegel : Keine Empfänge mehr: Uwe Fenner verlässt Potsdam

Thorsten Metzner

Der Internet-Unternehmer und Salon-Gastgeber Uwe Fenner, dessen Empfänge regelmäßig Prominenz aus Berlin und Brandenburg locken, verlässt Potsdam. Fenner musste seine Mehrheitsanteile an der Midat-Gruppe - einer Internet-Holding - verkaufen, weil er nicht das Geld aufbringen konnte, den Expansionskurs des Unternehmens fortzusetzen. Die Midat-Gruppe, deren Vorstandschef Fenner bislang war, wird in der Landeshauptstadt jedoch weiterhin ihren Hauptsitz behalten. Dies bestätigte der neue Midat-Vorstand Burkhard von Fritsch am Dienstag dem Tagesspiegel. Fenner, der in den Midat Aufsichtsrat gewechselt ist, wird sich nach eigenen Angaben künftig vom Standort Berlin aus um die Suche nach Top-Managern kümmern. Es sei unwahrscheinlich, dass sich seine Empfänge weiter am Standort Potsdam konzentrieren.

Er bleibe Potsdam privat verbunden, "mindestens in Gedanken", sagte Fenner. Er hielt 51 Prozent der Midat-Anteile. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Firma, die neues Kapital benötigte, hatte er den Mehrheitsanteil an den bisherigen Minderheitengesellschafter Hannover Finanz GmbH veräußern müssen. Als Internetunternehmen habe Midat auf starkes, aber teures Wachstum setzen müssen, auch um den geplanten Börsengang zu ereichen. "Das haben wir nicht geschafft", sagte Fenner. Er bedauerte mangelnde Unterstützung durch das Land Brandenburg und die Investionsbank (ILB), mit der ein Verkauf der Midat-Mehrheit nicht nötig geworden wäre.

Zwar soll am 21. Dezember das nächste "Jahreszeitengespräch" stattfinden, wenngleich in Berlin. Doch bestätigte Fenner, dass es diese Veranstaltung - eine erste Adresse im gesellschaftlichen Lebens Potsdams - künftig wohl nicht mehr regelmäßig in der Landeshauptstadt geben wird. Offen sei, ob er die privat gekaufte Villa Bertinistraße 15 sanieren und dort einziehen werde.

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