Der Tagesspiegel : Koalition in Brandenburg: Die PDS peilt jetzt Rot-Rot in Brandenburg an

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Die märkische PDS rechnet für den Fall, dass es in Berlin zu einer Koalition mit PDS-Beteiligung kommen sollte, mit einem Dammbruch im Osten: Landeschef Ralf Christoffers betonte am Montag, ein Bündnis von SPD und PDS in Berlin hätte "Signalwirkung" für die Region und darüber hinaus: Die Bundeshauptstadt spiele eine viel größere Rolle und genieße eine ganz andere Aufmerksamkeit als beispielsweise das rot-rot regierte Mecklenburg-Vorpommern. Er gehe davon aus, so Christoffers am Montag nach einer Sitzung des Landesvorstandes, dass die PDS nach den nächsten Landtagswahlen nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt Mitveranwortung tragen werde. Die Zusammenarbeit von SPD und PDS in Berlin könnte eine ähnliche Entwicklung auch in Brandenburg erleichtern.

Hingegen halten märkische SPD-Politiker die PDS derzeit nicht für "regierungsreif". Landtags-Fraktionschef Gunther Fritsch betonte gestern, eine Regierungsbeteiligung der PDS in Berlin wäre deshalb "wenig wünschenswert". In Brandenburg könnte es derzeit keine Regierungsbeteiligung der PDS geben. Christoffers sei zwar ein pragmatischer Vorsitzender, doch müsse sich die ganze Partei noch weiter wandeln. Für die Zeit nach der Landtagswahl 2004 sei die PDS zwar eine Option für seine Partei, doch müsse man abwarten "wie weit die PDS dann ist". Christoffers hielt entgegen, seine Partei werde "deutlich machen, dass sie fähig ist, Verantwortung zu übernehmen". Die Debatte in Berlin um eine Regierungsbeteiligung der PDS werde auch dazu führen, "dass wir unser Profil deutlicher herausarbeiten". Der Neuanfang in Berlin sei auch ein Neuanfang für die Region. Christoffers lehnte jedoch eine Anpassung der PDS an die SPD in Brandenburg ab: Man werde das eigene Profil schärfen und zugleich die Chancen einer Zusammenarbeit deutlicher herausstellen.

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