Ausstellung : Als die Barbaren kamen - Bundeskunsthalle zeigt Schau zur Völkerwanderung

Die Bundeskunsthalle in Bonn macht einen Zeitsprung ins vierte Jahrhundert. Die am Donnerstag beginnende Ausstellung "Rom und die Barbaren" erinnert an jene Periode, in der die von den Römern als Barbaren bezeichneten germanischen Völker und Stämme über die Grenzen des römischen Imperiums strömten.

Barbaren-Ausstellung Bonn
"Rom und die Barbaren": Zu den beeindruckendsten Ausstellungsstücken zählt der Sarkophag von Portonaccio. -Foto: dpa

BonnFür rund drei Monate wirft die Bonner Ausstellung "Rom und die Barbaren" einen Blick auf das vierte bis sechste Jahrhundert. Sie steht unter der Schirmherrschaft der Präsidenten Italiens, Frankreichs und Deutschlands, Giorgio Napolitano, Nicolas Sarkozy und Horst Köhler. Zuvor war sie im Palazzo Grassi in Venedig zu sehen. Allerdings ist die Bonner Schau kleiner und konzentrierter. "Wurden in Venedig rund 2000 Stücke gezeigt, so präsentieren wir 1400, die Münzen mitgezählt", sagte Projektleiterin Katharina Chrubasik.

Die Bonner Aussteller konzentrieren sich vor allem auf die Völkerwanderungszeit und enden mit der Gründung der barbaro-romanischen Reiche um 600 nach Christus. "Wir haben zwar etwa 50 Prozent der Leihgaben aus Venedig übernommen, ergänzen sie aber um viele Stücke aus Russland, der Ukraine, Polen, Bulgarien und Ungarn", betonte Chrubasik. Im Unterschied zur Grassi-Ausstellung legt das Bonner Team großen Wert auf die didaktische Begleitung und anschauliche Erläuterungen der komplizierten historischen Zusammenhänge.

Animierte Landkarte

Zu den hervorstechenden Ausstellungsstücken gehören glänzende Goldfibeln und Edelsteine, Bronzefiguren und kultische Objekte, prachtvolle Helme und luxuriöse Pferdegeschirre. Unter den vielen Kostbarkeiten hebt Chrubasik ein Highlight aus Rumänien hervor: Zwei Sattelbeschläge der Gepiden aus dem Fürstengrab von Apahida, das aus dem 5. Jahrhundert stammt. "Besonders schön an den adlerförmigen Stücken sind die rot leuchtenden Almandine, die in Gold gefasst sind", schwärmt die Projektleiterin.

Neben den antiken Relikten gibt eine computeranimierte Europakarte Auskunft, wo die barbarischen Stämme zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer ursprünglich siedelten, wohin sie wanderten und wo sie sich niederließen. Mit ihrer Hilfe lassen sich die gewaltigen Völkerbewegungen und Machtverschiebungen dieser Epoche nachvollziehen, die im Endergebnis zu einer europäischen Landkarte führten, in den die Grenzen des neuzeitlichen Europas vorgeprägt sind. Die Ausstellung in der Bundeskunsthalle dauert bis zum 7. Dezember. (pb/ddp)

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