Auszeichnungen : Angoulêmer Offenbarung

Die Berliner Zeichnerin Ulli Lust wurde beim wichtigsten europäischen Comicfestival für ihre Graphic Novel „Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“ ausgezeichnet. Und „Maus“-Autor Art Spiegelman erhielt den Preis für sein Lebenswerk.

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Italienischer Alptraum: Eine Seite aus „Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“.
Italienischer Alptraum: Eine Seite aus „Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“.Foto: Avant

In Deutschland hat sie neben euphorischen Kritiken inzwischen etliche wichtige Comicpreise erhalten, jetzt kann die Berliner Comic-Autorin Ulli Lust sich auch eine der höchsten Auszeichnungen ins Regal stellen, die der europäische Comic zu vergeben hat. Sie wurde am Wochenende beim Comicfestival im französischen Angoulême mit einem der prestigeträchtigen Preise geehrt: Ihre autobiographische Graphic Novel „Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“, auf Französisch unter dem Titel „Trop n'est pas assez“ erschienen, wurde mit dem „Prix Révélation“ der Jury ausgezeichnet – dem „Preis der Offenbarung“, der traditionell für das erste große Werk eines Künstlers vergeben wird und den in der Vergangenheit unter anderem Marjane Satrapi („Persepolis“) und der diesjährige Jury-Präsident des Comicfestivals, Baru, erhalten haben. In dem Buch erzählt Lust die Geschichte einer alptraumhaften Reise, die sie als junge Frau durch Italien unternahm – eine kurze Tagesspiegel-Rezension des Buches findet sich hier.

Weitere Preise gingen in Angoulême an Comic-Veteran Art Spiegelman (er erhielt den Großen Preis der Stadt Angoulême für sein Lebenswerk) und an Manuele Fior (er erhielt den Preis für das beste Album des Jahres für sein Buch „Cinq mille kilomètres par seconde“, das in Kürze bei Avant unter dem Titel „Fünftausend Kilometer in der Sekunde“ auch auf Deutsch erscheint).

Den Spezialpreis der Jury erhielt „Asterios Polyp“ von David Mazzucchelli, das in diesem Jahr ebenfalls auch auf Deutsch erscheinen soll (Tagesspiegel-Rezension der amerikanischen Originalausgabe hier). Als beste Serie des Jahres wurde „Il était une fois en France“ von Fabien Nury und Sylvain Vallée ausgezeichnet, dessen erste Bände unter demTitel „Es war einmal in Frankreich“ in Deutschland in der Zack-Edition bereits erschienen sind - die Tagesspiegel-Rezension steht hier.

Weitere Preise gingen unter anderem an Joe Sacco für „Gaza 1956“ (liegt bislang noch nicht auf Deutsch vor), Brecht Evens („Am falschen Ort“, Tagesspiegel-Rezension hier) sowie die Manga-Reihe „Pluto“ von Naoki Urasawa und OsamuTezuka, deren erste Bände auf Deutsch derzeit bei Carlsen erscheinen und über die in Kürze auf den Tagesspiegel-Comicseiten eine ausführlichere Rezension zu lesen ist. Ein umfangreicherer Bericht aus Angoulême von Klaus Schikowski folgt ebenfalls in Kürze.

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