Das hier sind die beiden Top-Titel von Sarah Burrini

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Comic-Bestenliste : Die besten Comics 2015 – Sarah Burrinis Favoriten
Sarah Burrini
Lesen und lesen lassen. Bei der Vielzahl der neuen Comics fällt mitunter die Auswahl schwer. Die Tagesspiegel-Kür soll bei der Orientierung helfen.
Lesen und lesen lassen. Bei der Vielzahl der neuen Comics fällt mitunter die Auswahl schwer. Die Tagesspiegel-Kür soll bei der...Foto: Jens Kalaene/dpa

Platz 2:
G. Willow Wilson und Adrian Alphona: Ms. Marvel (Panini)
Als eher unregelmäßige Leserin von Superheldencomics ist "Ms. Marvel" eine der erfreulichsten Überraschungen für mich seit Langem. Frei von heroischem Pathos und mit einer Haltung, die sich selbst nicht zu ernst nimmt, bietet "Ms. Marvel" leichtfüßige Unterhaltung auf hohem Niveau. Hauptfigur ist die muslimische Teenagerin Kamala Khan, die trotz ihrer Superkräfte genug Potential bietet sich mit ihr zu identifizieren. Dabei ist die Story durchaus durchdacht und nimmt sich Zeit ein Thema zu entwickeln und nicht nur Plotpunkte abzuhaken. Pointierte Dialoge, liebevolles Artwork und die dynamische Darstellung von Kamalas Formwandler-Kräften machen die Reihe zu einem spaßigen Lesevergnügen.

Platz 1:
Mariko Tamaki und Jilian Tamaki: Ein Sommer am See (Reprodukt)
Selten hat es ein Comic geschafft, mich so leicht in die Welt seiner Figuren hineinzuziehen. "Ein Sommer am See" schafft das mit einer beeindruckenden Unaufgesetztheit. Die Sommerferien dienen als Schauplatz für diese Erzählung um zwei junge Mädchen auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Wir erleben mit ihnen viele prägende Momente, die leisen wie die lauten, innerhalb der Familie, bei den älteren Jugendlichen im Ort und untereinander. Die unterschwelligen Spannungen um sie herum vermitteln den Mädchen eine Ahnung davon, welche Dramen das Erwachsenenleben für sie bereit halten könnte. Das einfühlsame Artwork kommt oft ohne Text aus und bietet durch große Splashpanels genügend Raum für die eigenen Emotionen. Die Magie dieses einen Sommers am See werde ich nicht so schnell vergessen, denn ich habe wirklich das Gefühl, dabei gewesen zu sein.

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