Comic-Verfilmung : Schumix fährt mit 2 PS

„Asterix bei den Olympischen Spielen“ ist die dritte Verfilmung der Comic-Welt. Wieder einmal gibt Gérard Depardieu den Obelix, gutmütig, wenn es nicht gerade um seine Leibesfülle oder gegen die Römer geht. Und auch der neue Asterix-Darsteller macht einen guten Job.

Andreas Conrad
Obelix
Gut drauf: Gérard Depardieu bei der Vorstellung des neuen Asterix-Films. -Foto: ddp

Schon im antiken Olympia prüfte man Athleten auf Doping. Beim „Käfer-Test“ war ein handgroßes Insekt aufzublasen, das bei positivem Ergebnis wie ein Luftballon davonsauste. Wurden aber die Wettkampfrichter durch ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnten, zum Verspeisen der Krabbeltiere gezwungen, entfiel der Test. Zuverlässiger war die zweite Methode: Die verbotene Substanz färbte Zungen blau. Nun wird kein Doping-Mischer je solch ein entlarvendes Mittel verabreichen – es sei denn, er heißt Miraculix und will einen Betrüger aufs Kreuz legen, auf dass gallische Sportler siegen mögen.

„Asterix bei den Olympischen Spielen“ ist die dritte Real-Verfilmung der von René Goscinny und Albert Uderzo ersonnenen Comic-Welt. Wieder gibt Gérard Depardieu den Obelix, gutmütig, wenn es nicht gerade um seine Leibesfülle oder gegen die Römer geht. Auch der neue Asterix-Darsteller Clovis Cornillac fügt sich pfiffig in die durch Christian Clavier geprägte Rolle – und gibt so Anlass zum Scherz: „Irgendwie siehst du anders aus“, wundert sich Architekt Numerobis (Jamel Debbouze). Aber das ist schon einer der besseren Gags in dem nur selten funkensprühenden Film des Regie-Duos Frédéric Forestier und Thomas Langmann. Einen Folterknecht Guantanamus zu nennen – nun ja.

Asterix und Obelix verschlägt es also nach Olympia, als Helfer des dichtenden Romantix (Stéphane Rousseau), der die Griechenprinzessin Irina („Alice“-Model Vanessa Hessler) nur durch einen sportlichen Sieg erringen kann. Sein heimtückischer Kontrahent ist Brutus (Benoît Poelvoorde), Adoptivsohn Cäsars. Alain Delon als Cäsar wiederum rasselt die Titel seiner berühmtesten Filme herunter – unter Cineasten zumindest Anlass für ein wissendes Lächeln.

Doch bald schon vertändelt die Story sich auf Nebenwegen: Obelix will anfangs „nie mehr der Starke sein“, was sich bald wieder gibt, oder Idefix verliert sein Herz – was sich auch wieder gibt. Michael Bully Herbig darf, zur Freude seiner Anhänger, ein wenig grimassieren, freilich ohne den gewohnten Wortwitz, hat doch sein Redkeinstus im Dienste des Brutus die Zunge eingebüßt.

Alles letztlich überraschungsarm: die Handlung, die meist parodistischen Gags – und selbst ein Gastauftritt von Zinedine Zidane, kickend wie in alten Zeiten, kommt nicht ohne billigste Witzelei aus: „Wenn der erst mit dem Kopf zustößt!“ So bleibt noch das Aufregendste, dass Nachwuchsschauspieler Michael Schumacher als Rosselenker Schumix sich beim finalen Rennen nur mit vier, ja sogar zwei PS vor seinem roten Streitwagen zufriedengibt. Nach „Cars“, worin er einem Ferrari die Stimme lieh, ist es bereits sein zweiter Film, doch ein Charakterdarsteller ist an ihm nicht verloren gegangen. Andreas Conrad

In 20 Berliner Kinos

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