Mangazeichnerin Christina Plaka : „Ich bin Vollblutlehrerin“

Christina Plaka hat als erste deutsche Zeichnerin eine Manga-Schule eröffnet. Ein Interview über die heimische Szene, ihren Werdegang und ihre nächsten Ziele.

Sabine Scholz
Wir sind Sparta! Eine Szene aus Christina Plakas aktueller Serie "Go for it".
Wir sind Sparta! Eine Szene aus Christina Plakas aktueller Serie "Go for it".Foto: Carlsen

Christina Plaka ist Manga-Zeichnerin der ersten Stunde und arbeitet seit 2003 in dieser Stilrichtung. Im vergangenen Jahr hat die junge Künstlerin aber nicht nur einen neuen Sport-Romance-Manga namens „Go for it“ bei Carlsen veröffentlicht, sondern auch eine Manga-Zeichenschule eröffnet – die erste einer aktiven Manga-ka in Deutschland. Wir haben sie zu ihrem Werdegang und ihren aktuellen Projekten befragt.

Christina, wie hat sich deine Arbeit in diesem Bereich in den letzten Jahren gewandelt und wie beurteilst Du persönlich die Entwicklung der deutschen Produktionen?
Es gab sehr viele Veränderungen und auch viele Neuerungen. 2003 waren wir als deutsche Manga-kas hier in Deutschland, was Mangas angeht, noch gar nicht in der Lage, auf so viel Anschauungsmaterial aus Japan zurückzugreifen. Es gab zwar einen großen Manga-Lesen-und-Zeichnen-Boom. Aber wir standen als deutsche Manga-Zeichner noch am Anfang und haben uns sehr an die japanischen Stereotypen und Vorbilder gehalten, was Zeichenstil und Erzählweise betrifft. Damals konnte man sich zum Beispiel gar nicht vorstellen, einen Manga außerhalb Japans spielen zu lassen. Die japanischen Geschichten waren so präsent und so im Bewusstsein verankert, dass selbst unsere Charaktere japanische Namen trugen und in Japan wohnten. Im Laufe der Jahre hat sich das Bewusstsein für die eigene Kultur in den deutschen Mangas weiterentwickelt, sodass man mittlerweile fast nur noch deutsche Mangas sieht, die in Deutschland spielen. Auch zeichnerisch haben sich die deutschen Manga-kas sehr gesteigert. Und natürlich haben wir jetzt auch eine große Auswahl an Vorbildern. Wobei ich mich kaum noch an Vorbildern orientiere. Mein Stil hat sich mittlerweile so verselbstständigt, dass ich sie nicht mehr brauche. Mein Ziel war es immer schon, einen eigenen Zeichenstil zu entwickeln. Ich nenne ihn immer liebevoll Fusion-Manga – ein Stilmix aus westlichen Comics wie den Bande Dessinée aus Frankreich oder auch westlichen Animationsfilmen wie den Werken von Dreamworks und Disney und stereotypem Manga.

Gab es Veränderungen in der Wahrnehmung deutscher Manga?
Da kann ich nur für mich sprechen, weil ich zu einer Zeit mit dem Publizieren angefangen habe, als der deutsche Markt noch sehr übersichtlich war. Zu Beginn meiner Karriere bin ich auf zwei große Lager gestoßen, eines was mich verehrte und das andere, das mich abgrundtief hasste. Ich war ja damals auch noch nicht so weit. 2003, 2004 war das alles noch sehr neu für mich. Recht früh, so zwischen 2005 und 2007 wurde das Feedback durchweg positiv. Es gab kaum noch Kritiker. Mittlerweile höre ich so gut wie nie negative Kritik. Das ist natürlich sehr schön. Vor allem „Kimi He – Worte an Dich“, mein experimentelleres Werk, hat wirklich nur positives Feedback bekommen.

Manga-Pionierin: Christina Plaka beim Signieren.
Manga-Pionierin: Christina Plaka beim Signieren.Foto: Promo

Du besitzt einen Magister in Manga Studien, den Du 2010-2012 in Kyoto in Japan an der Seika Universität erworben hast. Wie hat Dein Aufenthalt und Deine Ausbildung in Japan Deine Arbeit verändert?
So gut wie gar nicht, was das Zeichnerische angeht. Nur bei einer bestimmten Sache hat sich meine Wahrnehmung und Einstellung etwas verändert. In Japan haben wir an der Uni sehr oft ausländische Werke vor die Nase gehalten bekommen. Französische Bandes Dessinées und amerikanische Comics, weniger japanische Vorbilder. Ich erkannte, dass wir auch im Westen wunderbare Werke haben. Bei mir kam eine Sehnsucht nach dem westlichen Comic auf. Und mein Master-Abschlusswerk war ja auch „Kimi He“, der berüchtigte Fusion-Manga. Ich wollte mich vom Rest der japanischen Abschlusswerke abgrenzen. Ich sagte mir, ich komme aus Europa und mache etwas anderes. Ich entschied mich bewusst für die europäische Leserichtung von links nach rechts und einen realistischeren, westlichen Comicstil. Seitdem ist mein Fokus, deutsche Geschichten zu erzählen, stärker geworden und ich interessiere mich auch mehr für westliche Comics.

Gibt es internationale Künstler, die Du empfehlen kannst?
Generell finde ich aus Frankreich Bastien Vivès sehr interessant. Sehr schön fand ich von ihm „Der Geschmack von Chlor“ und „In meinen Augen“.

Sport-Romance-Manga: Eine Szene aus "Go for it".
Sport-Romance-Manga: Eine Szene aus "Go for it".Foto: Carlsen

Was verbindet Dich heute mit Japan und speziell Kyoto?
Meine Reisen. Ich habe natürlich noch ein, zwei gute Freunde in Kyoto, mit denen ich in Verbindung stehe, und meine Professorin, Jaqueline Berndt, die mir damals an der Universität geholfen hat. Ansonsten mehr die schönen Erinnerungen und die Hoffnung, dass ich etwa alle zwei Jahre mal wieder nach Kyoto fliegen kann. Natürlich habe ich auch die Vision einer Kooperation mit der Kyoto Seika Universität für meine eigene Manga-Zeichenschule.

Seit jeher lässt Du persönliche Erfahrungen und Interessen in Deine Werke einfließen. Dein letztes Buch „Kimi He – Worte an Dich“ war jedoch sehr viel persönlicher. „Go for it“ geht wie „Prussian Blue“ wieder eher in Richtung Romance-Fiktion. Wie stark hat der autobiografische Ausflug Deine aktuelle Arbeit beeinflusst?
Es gab immer wieder mal autobiografische Elemente in meinen Mangas. Das sieht man bei „Go for it“ am Thema Volleyball sehr gut und auch daran, dass es in Offenbach spielt, in Bürgel, wo ich herkomme und momentan lebe. Ich beziehe mich gern auf persönliche Erfahrungen. Bei „Go for it“ habe ich etwas gezeichnet, das in meiner Stadt spielt und sich an das deutsche Publikum gerichtet habe, damit es noch regionaler und authentischer wirkt. Ich habe auf Sachen zurückgegriffen, die ich direkt vor der Tür habe. Ich habe es mir ein wenig einfacher gemacht als noch bei „Yonen Buzz“ und „Prussian Blue“. (lacht)

Sowohl Musik- als auch Sport-Manga und deutsche Shonen-Manga im Speziellen gelten in Deutschland als wenig erfolgversprechend. Du scheinst diesem Trend vehement entgegenzuarbeiten. Meidest Du den Mainstream absichtlich? Und wie überzeugst Du die Verlage, Deine Titel trotzdem zu verlegen?
Ich würde nicht sagen, dass ich den Mainstream absichtlich meide. Ich war aber tatsächlich immer eine Underground-Göre. Ich lese auch selbst nicht so gern Mainstream. Ich zeichne das, was mir wirklich Spaß macht. Ich bin mit Sport- und Shonen-Anime aufgewachsen. Anfang, Mitte der 90er Jahre liefen auf RTL II diese Animes über Fußball wie „Captain Tsubasa“ oder rhythmische Sportgymnastik wie „Die kleinen Superstars“ und so weiter. Das waren alles Sport-Animes, oft mit Mangas als Vorlage. Dieses Faible ist bis heute geblieben. Ich spiele auch selber Volleyball, habe mit etwa elf Jahren angefangen zu spielen und liebe Sport über alles. Die Anime-TV-Serie „Mila Superstar“ hat damals in den 90ern viele junge Mädchen dazu gebracht, Volleyball zu spielen. Ich wollte auch schon immer einen Volleyball-Manga zeichnen. Das habe ich schon vor vielen Jahren angekündigt. In Kyoto an der Universität habe ich ebenfalls fleißig gespielt und hatte dort erste Ideen. Es war immer selbstverständlich, dass ich irgendwann etwas in dieser Art machen würde. Vielleicht geht es ja auch weiter, ich habe tolle Ideen für eine Fortsetzung. Das ist aber wieder ein anderes Thema. Und wer weiß, was als Nächstes kommt. Ich glaube jetzt nicht, dass ich noch einen Fußball-Manga zeichnen werde. Aber auch in meinen kürzeren Werken finden sich immer mal wieder Sport-Manga-Elemente. So habe ich etwa in „Ciao Bibi“ für die „Comix“ Fußball eingebracht. Aber es ist nicht so, dass ich den Mainstream absichtlich meide. Die Verlage wissen, dass ich mich auch bei alternativeren Themen wie Sport-Manga bemühe, Mainstream-Elemente unterzubringen wie in „Go for it“ Romance, Comedy und Schulleben.

Manga Metropolis - ein Tokio-Rundgang
Alltagskultur. Eine junge Mangazeichnerin arbeitet in einem Café an ihrem Werk.Weitere Bilder anzeigen
1 von 22Foto: Lars von Törne
10.11.2014 14:19Alltagskultur. Eine junge Mangazeichnerin arbeitet in einem Café an ihrem Werk.

Du hast in „Go for it“ zum ersten Mal Deinen Heimatort Offenbach als Vorlage genommen. Warum erst jetzt?
Genau genommen ist es nicht das erste Mal. Wenn man „Yonen Buzz“ genauer unter die Lupe nimmt, gibt es Elemente, die auf Frankfurt und Offenbach und vielleicht auch Bürgel hinweisen. Das ist aber sehr weit hergeholt und für die Leser nicht sofort erkennbar. Frankfurt als Flugziel der Figuren ist ein Thema und natürlich Hamburg. Wirklich explizit Offenbach als Vorlage findet man tatsächlich erst in „Go for it“. Ich bin vor die Tür gegangen, habe ein paar Fotos von den Straßen in Bürgel gemacht, und mir so das Zeichnen der Hintergründe vereinfacht. So nach dem Motto: „Schaut mal, ich komme von hier. Bürgel ist ein kleines, friedliches Vorörtchen und sehr idyllisch.“

Welche realen Schauplätze hast Du gewählt?
Zum einen meine alte Grundschule, die Uhland-Schule, die ich in ein Gymnasium verwandelt habe. Die Fassade, die Schulräume, die man sieht, sind sehr originalgetreu. Die Sporthalle der Rudolf-Koch-Schule. Man sieht auch ab und zu mal den Turm einer Kirche hier in Bürgel und den Damm am Main. Die Häuser, in denen die Figuren wohnen, habe ich selbst entworfen. Sie sind typisch ländliches Rhein-Main-Gebiet.

Deine Hauptfigur in „Go for it“ heißt Anike. Das ist nicht zufällig eine Anspielung auf die Manga-ka von „Gothic Sports“, Anike Hage, die sich hierzulande als Erste an das Sport-Genre gewagt hat?
Ich hatte die Idee für „Go for it“ ziemlich früh. Ich weiß noch, dass ich tatsächlich mit Anike auf einer Messe war. Etwa 2008 muss das gewesen sein. Ich habe ihr erzählt, dass ich da so eine Figur im Kopf hätte, zu der ihr Name sehr gut passen würde, auch hinsichtlich der Anspielungen auf Nike, die Siegesgöttin, was letztlich ja auch Eingang ins Buch gefunden hat. Und Anike meinte: „Ja, mach doch, ich fühl mich geehrt.“ Ihren Manga „Gothic Sports“ finde ich übrigens auch sehr gelungen, weil er neben dem Sportthema das attraktive Motiv Gothic beinhaltete.

Und noch ein Name fällt bei der Lektüre ins Auge: der des japanischen Sportartikelherstellers Asics, der sich im Ballsportbereich mit Schuhen einen Namen gemacht hat. Hoffentlich hast Du ein gutes Honorar für die Werbung ausgehandelt?!
Nein, leider nicht. Ich habe noch nie ein Honorar bekommen für irgendwelche Marken, die ich in meinen Mangas hervorhebe. Asics ist meine persönliche Lieblingsmarke was Schuhe und Volleyballkleidung angeht. Ich war schon mein ganzes Leben lang auf Asics fixiert und dann habe ich es im Manga etwas mit der Marke übertrieben. (lacht) Genau wie in „Yonen Buzz“ mit den musikalischen Instrumenten wie den Gitarren von Fender, Mustang und Gibson und den Verstärkern von Marshall. Aber ich habe noch nie ein Honorar dafür erhalten. Ich kann eher froh sein, dass ich das hier in Deutschland so unproblematisch machen darf. Ich glaube, in Japan ist das schwieriger, da darf man Namen nicht einfach übernehmen, sondern muss sie abwandeln.

Offenbach statt Kyoto: Eine weitere Szene aus "Go for it".
Offenbach statt Kyoto: Eine weitere Szene aus "Go for it".Foto: Carlsen

Was ist Dir besonders wichtig beim Zeichnen und Geschichtenerzählen?
In erster Linie möchte ich den Leser inhaltlich erreichen. Mittlerweile ist es nicht mal mehr das Zeichnerische, was mir wichtig ist, sondern eher die Message, die ich dem Leser ans Herz legen will, sei es Motivation, Courage, Freundschaft, was auch immer. Es gibt viele unterschwellige, aber auch direkte Messages in meinen Mangas. In „Yonen Buzz“ war es eindeutig Freundschaft und das Nichtaufgeben, auch in schwierigen Lebenslagen. „Go for it“ ist etwas seichter, da geht es um das Hobby und die erste Liebe. Es ist eher einfach erzählt. In der Regel möchte ich unterhalten, deswegen gibt es immer wieder Comedy-Elemente wie in „Herrscher aller Welten“. Bei „Kimi he“ war das etwas anders, da wollte ich eher den Ernst des Lebens aufzeichnen. Ich wollte zeigen, dass das Leben auch mal hart zurückschlagen kann, mit Ereignisse, die wir selber nicht kontrollieren können. Nach der Erdbebenkatastrophe und Fukushima war mir bewusster, dass so etwas auch zum Leben dazugehört. Je nach Genre und Titel überlege ich immer, was ich dem Leser am Ende mit auf den Weg geben möchte. Natürlich will ich auch authentische Geschichten erzählen, ein gutes Seitenlayout und einen guten Lesefluss schaffen und eine eigene Plaka-Note einbringen. Ich möchte immer meinem eigenen Stil treu bleiben und würde um kein Geld der Welt einen Mainstream-Manga zeichnen wollen. Da bin ich ein wenig eigensinnig und idealistisch.

Du hast die Erdbebenkatastrophe und die Nuklearkatastrophe von Fukushima in Japan direkt miterlebt.
Die Ereignisse haben mich sehr bewegt. Die ersten Tage nach der Katastrophe war ich in einer Art Schockzustand. Ich habe das erst mal gar nicht richtig realisiert, weil es ja doch noch so weit weg war, also nicht in unmittelbarer Nähe. Obwohl ich natürlich sehr viel näher dran war als die Leute hier in Deutschland. Dennoch ging es uns sehr gut in Kyoto. Die Stimmung war gut. Natürlich hat man immer wieder was gehört, aber die Japaner sind wirklich Meister des Verschweigens – Totschweigens muss man fast sagen. Es wurde auch nicht viel darüber geredet. Ich bin dann aber relativ früh, etwa eine Woche nach dem Atomreaktorunfall wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Viele Bekannte und Freunde wollten damals, dass ich zurückkomme, weil die Situation so gefährlich war. Und ich dachte mir: „Oh Gott, vielleicht kommst du dann gar nicht mehr raus aus dem Land und siehst alle, die du gern hast, nie wieder.“ Dann war ich tatsächlich für zweieinhalb Wochen wieder in Deutschland und wartete ab, wie sich die Lage in Japan entwickelte. Als es dann relativ sicher aussah, viele Maßnahmen zur Eindämmung des Problems ergriffen worden waren, habe ich den Entschluss gefasst, wieder zurückzugehen. Das war auch gut und richtig, sonst wäre ich mitten im Studium nach Deutschland zurückgekommen und hätte keinen Abschluss gehabt. Die Ausgaben, Mühen und Vorbereitungen wären für die Katz gewesen. Ich hab ein bisschen mit dem Leben gespielt, wenn man so möchte, aber es war zum Glück die richtige Entscheidung.

Das Hobby und die erste Liebe: Eine Seite aus "Go for it!"
Das Hobby und die erste Liebe: Eine Seite aus "Go for it!"Foto: Carlsen

Du hast im letzten Jahr Deine eigene Manga-Schule eröffnet. Erfahrung mit Selbständigkeit hast Du bereits durch Deine Arbeit als Manga-ka und Deutschlehrerin im Japanischen Kulturzentrum e. V. Frankfurt. Hat sich dieser Schritt rückblickend gelohnt und was bietest Du inzwischen an?
Gelohnt hat sich der Schritt definitiv. Ich bereue es keine einzige Sekunde. Durch die Arbeit als Deutschlehrerin und Zeichenlehrerin über 18 Monate im Kulturzentrum hat sich mir die Welt des Lehrens eröffnet. Ich bin Vollblutlehrerin. Ich hab zwar auch schon vor Japan Workshops gegeben, aber erst durch den Deutschunterricht mit intensiver Vorbereitung und Nachbereitung habe ich erkannt, dass ich mein Wissen weitergeben möchte, vor allem im zeichnerischen Bereich. Da es sehr gut lief, dachte ich mir, dass, wenn ich meine eigene Manga-Schule eröffne, vielleicht noch mehr Leute kämen und ich das regelmäßig machen könnte. Zwischenzeitlich hatte ich zudem zwei verschiedene Bürojobs in Vollzeit ausprobiert, und bemerkt, dass das absolut gar nichts für mich ist. Als deutsche Manga-ka kann man vom Zeichnen bekanntlich auch nicht leben und es wird immer schwieriger ein gutes Honorar zu bekommen. Also musste ich mir Gedanken machen, wie ich in Zukunft meinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Der Wunsch nach einer eigenen Schule kam immer wieder auf. Zwischen Mai und Juni 2016 fasste ich schließlich den Entschluss, dass zu machen, was ich wirklich will. Was hatte ich zu verlieren? Also habe ich alles auf eine Karte gesetzt. Nach fünf Monaten sitze ich jetzt in einem 30-qm-Büro im Ostpol, einem Gründercampus in Offenbach. Mein Stundenplan sieht inzwischen pro Woche dreimal Level-1-Unterricht für Anfänger und zweimal in der Woche Level-2-Kurse mit den Fortgeschrittenen vor. Es handelt sich um regelmäßigen Unterricht. Die Schüler können also selbst entscheiden, wie lange sie Stunden nehmen wollen. Zudem gibt es Workshops am Wochenende, Privatunterricht und Ferienkurse. Ich hoffe, dass in Zukunft noch mehr Vorträge und Co. dazukommen.

Welche Manga-Projekte planst Du als Nächstes?
Das ist sehr schwierig zu beantworten. Ich weiß es nicht. Momentan ist meine Schule das größte Projekt. Ich arbeite von morgens bis abends nur noch als Lehrerin – auch im Kulturzentrum in Frankfurt. Zum Zeichnen komme ich daher nicht wirklich. Ich erledige zwar noch Nebenaufträge wie Illustrationen, aber es wird noch länger dauern, bis man ein neues Manga-Projekt von mir sehen wird. Ideen habe ich einige. Ob das jetzt Fortsetzungen zu „Go for it“ oder „Yonen Buzz“ sind, auf die viele Fans pochen oder etwas Neues. Ich wüsste noch nicht, was ich machen würde. Ich habe auch noch keinen beständigen Tagesrhythmus gefunden. Dann trainiere ich sehr oft in der Woche. Es bleibt also nicht viel Zeit und ich fühle mich in der Rolle der Lehrerin fast wohler als in der Rolle der vereinsamten Zeichnerin am Schreibtisch.

Der nächste Open Campus in Christina Plakas Zeichenschule findet am 19. August von 11-16 Uhr statt. https://www.i-am-mangaka.com/

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben