„Team Bob!“ von Steve M. Clements : Retter in der Not

Kampfenten und Killerwespen über Berlin: Der Comiczeichner Steve M. Clements startet mit Helden-Persiflage „Team Bob!“ durch.

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Helden wie sie: Der mexikanische Cowboy Bob, hier mal ohne Skateboard.
Helden wie sie: Der mexikanische Cowboy Bob, hier mal ohne Skateboard.Foto: Clements/Weildarum

Superhelden wachsen an ihren Gegnern. Eine drei Meter große Killerwespe im Anflug auf Berlin, bedrohlicher Glibber unterm Küchentisch, eine hungrige Rieseneule – das sind einige der Herausforderungen, denen sich das Team Bob gegenübersieht. Das fidele Quartett ist eine Schöpfung des Berliner Comiczeichners Steve M. Clements, der mit lockerem Strich und absurdem Humor Genrekonventionen persifliert und ihnen zugleich huldigt.

Seine Helden: Der Skateboard fahrende mexikanische Cowboy Bob, den es mit seinem Piratenschwein Heinz in die deutsche Hauptstadt verschlagen hat, dazu der Rollschuhfahrer Diesel und dessen Kampffrosch Peter.

Jetzt hat der Comichändler Frank Wochatz in seinem Kleinverlag Weildarum zwei knapp 60 Seiten starke Hefte mit den Abenteuern der schrägen Gang veröffentlicht. Ihren Charme beziehen die in reduziertem Cartoonstrich gezeichneten Episoden aus dem Spiel mit unterschiedlichen Erzählebenen. Der eigentliche Plot wird immer wieder durch Szenen gebrochen, in denen die Figuren den Umstand reflektieren, nur Comiccharaktere zu sein.

Aus Honks werden Helden

Da spotten sie über die vermeintliche Einfallslosigkeit ihres Schöpfers, kommentieren den Einsatz von Lautmalereien oder stolpern über Sprechblasen, die der Zeichner ihnen vor die Füße gesetzt hat. Das ist hübsch kokett, denn Clements versteht sein Handwerk und sprüht vor Witz und Fantasie, auch wenn es eine Zeitlang dauert, bis die Storys Fahrt aufnehmen und aus den Sprüche klopfenden Honks echte Helden werden – oder so was Ähnliches.

Das erste, mit dickem Strich gezeichnete Heft ist die überarbeitete und erweiterte Neuauflage der „Team Bob!“-Premiere von vor drei Jahren, im zweiten Heft sind die Linien feiner geworden. Von ihrem handgemachten, unprätentiösen Sponticharme haben die Figuren aber nichts verloren, wozu auch der Copyshop-Look der Hefte passt.

Fortsetzung folgt: Die Cover der ersten beiden Bände.
Fortsetzung folgt: Die Cover der ersten beiden Bände.Foto: Clements/Weildarum

Da ist es nur konsequent, dass man „Team Bob!“ bislang nur direkt beim Verleger bekommt, also in Frank Wochatz’ Laden „Comics & Graphics“ (Prenzlauer Allee 46, Berlin-Prenzlauer Berg) und über die E-Mailadresse: mail@weildarum.de (je 5 Euro zzgl. 2 Euro Versandkosten). Im Frühjahr soll das dritte Heft erscheinen. Und falls Bob und seinen Kompagnons mal die Abenteuer ausgehen, stehen schon die nächsten Figuren bereit. Im März sollen zwei bisherige Nebenfiguren mit einem eigenen Heft groß rauskommen: Die Nickelbrillen tragenden Indianer-Yeti-Vögel.

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