Kunstverkauf in NRW : Kulturstaatsministerin Monika Grütters droht mit Ausfuhrverbot

Angesichts des drohenden Ausverkaufs der ehemaligen Sammlung des WestLB ins Ausland hat die Kulturstaatsministerin Monika Grütters mehr Transparenz gefordert. Und sogar mit einem Ausfuhrverbot gedroht, falls es sich bei den Werken tatsächlich um national wertvolles Kulturgut handeln sollte.

Mattes Lammert
Monika Grütters
Monika GrüttersFoto: dpa

Nachdem die Abwicklungsgesellschaft Portigon in der vergangenen Woche Pläne zum Verkauf der Sammlung der ehemaligen WestLB bestätigt hat, laufen Kunsthistoriker und Museumsleiter Sturm. Nun hat sich auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters eingeschaltet und ein Ausfuhrverbot angedroht. Der Druck auf die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen als indirekte Eigentümerin der Portigon steigt damit weiter.

Die Inventarliste wird weiter unter Verschluss gehalten. Sie zeigt das wahre Ausmaß des geplanten Ausverkaufs. Im Angebot sind unter anderem Werke von Künstlern wie Max Ernst, Henry Moore und Pablo Picasso, die meistbietend zu Geld gemacht werden sollen. In einem Brief fordert Grütters die Kulturministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Ute Schäfer, nun auf, diese Liste zu veröffentlichen und jeden Einzelfall zu prüfen. Sollte es sich bei den Werken, „die ursprünglich mit öffentlichen Mitteln angeschafft wurden“, um national wertvolles Kulturgut handeln, wäre das Land Nordrhein-Westfalen nach dem Abwanderungsschutzgesetz verpflichtet, den Bund zu informieren. Andernfalls droht sie sogar damit, selbst eine Überprüfung zu veranlassen.

Der Bund könnte dann die Ausfuhr der Werke ins Ausland verbieten – ein Szenario, das die Verantwortlichen der Portigon mit ihrer Geheimniskrämerei unbedingt verhindern wollten. Schließlich werden Höchstpreise nur auf internationalen Auktionen erzielt. So hatte sich die landeseigene Westspiel-Gruppe zum Verkauf der beiden Warhol-Bilder bei Christies in New York entschlossen, wo sie dann für 120 Millionen Euro an zwei ausländische Privatsammler verkauft wurden.

Unterdessen warnt auch der Deutsche Kulturrat vor dem geplanten Millionenverkauf. „Die nordrhein-westfälische Landesregierung sollte nach dem verheerenden Echo auf den Verkauf der zwei Warhol-Werke aus dem Bestand der Westspiel GmbH nun aufwachen und bei den geplanten Kunstverkäufen des WestLB-Nachfolgers Portigon eingreifen“, forderte Verbandspräsident Christian Höppner am Dienstag. „Neben dem drohenden Kulturgutverlust steht die kulturpolitische Reputation des Bundeslandes auf dem Spiel.“

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