Literatur : Wie Eric dem schwarzen Loch entkommt

Stephen Hawking und seine Tochter Lucy erzählen von Abenteuern im Weltall

Paul Janositz

Freddy ist an allem schuld. Wäre das rosa Schwein nicht entwischt, wäre George nie ins Weltall gekommen und nie auf einem Kometen geritten. Doch jetzt muss der Junge sein Schwein holen. Er kriecht durch das Loch zum Nachbarn, was ihm seine Eltern streng verboten haben. Zu verwildert der Garten, zu seltsam die Geräusche, die aus dem Haus dringen. Jetzt trifft George Annie, ein Mädchen mit blondem Haar, wie er etwa zehn Jahre alt. Sie sagt, sie sei Tänzerin. Annie schwindelt ab und zu, das merkt George erst später. Doch dass ihr Vater Physiker sei und einen Computer habe, der Cosmos heiße und reden könne, das stellt sich als wahr heraus.

Eric, Annies Vater mit strubbeligen Haaren und dicker Brille, sucht nach Planeten, die der Erde ähneln. George staunt über den Rechner, der den Kosmos simulieren kann. Er wünscht sich schon lange einen Computer, doch seine umweltbewussten Eltern lehnen Technik ab. George lässt sich von Annies Elan begeistern. Er springt mit ihr ins All, wo die beiden auf einem Kometen reiten und im Asteroidensturm fast umkommen.

Wie George sich dem Sog nicht entziehen kann, den die kosmischen Geheimnisse ausüben, so verfällt der Leser dem Zauber dieser flott geschriebenen Abenteuergeschichte. Da gibt es den fiesen Lehrer Dr. Reeper, der Eric vernichten will, und eine Kinderbande, die George terrorisiert. So wird Eric ins schwarze Loch gelockt, wo er dem Tod geweiht scheint. Mit Georges Hilfe entkommt er. Und auch Technikfreaks und Umweltschützer finden im Laufe der Geschichte zueinander. Lasst uns weitermachen mit der Suche nach einer zweiten Erde. Doch lasst uns auch die Erde, die wir jetzt bewohnen, bewahren, beschließen sie.

Lucy Hawking und ihr Vater, der berühmte britische Astrophysiker Stephen Hawking, haben dieses Buch gemeinsam geschrieben. Lucy ist Schriftstellerin und hat sich die Handlung ausgedacht. Ihr Vater, seit langem gelähmt und unfähig zu sprechen, zeichnet für die wissenschaftlichen Inhalte verantwortlich. Dass er anschaulich von den Gesetzen des Kosmos erzählen kann, beweisen seine populärwissenschaftlichen Bücher, die sich millionenfach verkauften. Das mag auch an der Faszination dieses Mannes liegen, der trotz schwerer Erkrankung voller Energie und Lebensmut ist. Hawking hat die Theorie aufgestellt, dass nicht alles, was ins schwarze Loch fällt, auf immer verloren sei. Dank der „Hawking-Strahlung“ kommt auch Eric wieder aus seinem kosmischen Gefängnis frei. So lehrt diese schöne Geschichte ganz nebenbei einiges über Physik und Kosmos. Hilfreich sind die zahlreichen Erklärkästen und Fotos von Planeten, Sternen oder Kometen. Das macht das Buch auch für Erwachsene interessant, die Kindern die Frage beantworten müssen, was Sterne eigentlich sind und warum sie nicht vom Himmel fallen. Paul Janositz





Lucy und Stephen Hawking:
Der Schlüssel zum Universum. Random House, cbj Kinder - und Jugendbücher München 2007.

272 Seiten. 16,95 Euro. Ab zehn Jahren.

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