Der Tagesspiegel : Landwirte fordern Hilfe für BSE-Kosten

Die Folgekosten der BSE-Krise müssten verteilt werden, verlangen die märkischen Landwirte. "Es ist nicht hinnehmbar, dass den Brandenburger Rinderhaltern 157 Millionen Mark zusätzliche BSE-Kosten aufgebürdet werden", heißt es in einem auf der Klausurtagung des Landesbauernverbandes am Freitag in Neu Seddin veröffentlichen Brief an Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne). Sie wird zu Lösungsvorschlägen aufgefordert. Während in anderen Ländern die Lasten erheblich abgemindert würden, seien vom Ministerium keine weiteren finanziellen Hilfen vorgesehen, kritisierte Verbandspräsident Heinz-Dieter Nieschke. Die Einkommen der Bauern sinken und wegen fehlender Wirtschaftlichkeit werde der Bestand an Rindern in der Weidemast erheblich reduziert. Das Agrarministerium hatte mitgeteilt, dass von 182 Millionen Mark BSE-Kosten im Land die Bauern 157 Millionen Mark selbst tragen müssten.

In einer sechs Punkte umfassenden Entschließung zur Agrarpolitik wurde eine Sicherung der Rinderhaltung durch Ausgleichsmaßnahmen und Unterstützung für betroffene Landwirte und eine Senkung der BSE-Testkosten gefordert. Zudem dürfe es keine Differenzierung zwischen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft geben. Die Rinderzüchter wollen außerdem mit einem neuen Angebot an Qualitätsfleisch enge Lieferbeziehungen zum Berliner Handel aufbauen. Mit einer Supermarktkette werden derzeit die Modalitäten für die Vermarktung des "Weide-Jungrinds" diskutiert, sagte der Geschäftsführer der Absatzorganisation pro agro, Hans-Jürgen Kube, am Freitag in Neu Seddin. Zur Lieferung haben sich bisher zehn Erzeuger bereit erklärt. Kube geht davon aus, dass nach der Anfangsphase weitere Rinderzüchter in das Programm aufgenommen werden. Das "Weide-Jungrind" kommt nach zehnmonatiger Aufzucht in freier Natur zur Schlachtbank.

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