Der Tagesspiegel : Lausitzring: Bankchef Rupf spricht von Korruption

Ralf Schönball

Im Zusammenhang mit dem Bau der Rennstrecke Eurospeedway Lausitzring sind offenbar Unregelmäßigkeiten aufgetreten. Dies geht aus vertraulichen Unterlagen hervor, die dem Tagesspiegel vorliegen. Demnach ging ein Schreiben des Brandenburger Landesrechnungshofes bei der für den Bau des Speedways zuständigen Gesellschaft ein, das "eventuelle Korruptionstatbestände feststellt". Dies sagte der Chef der Bankgesellschaft Berlin, Wolfgang Rupf, während einer Sitzung des Arbeitsausschusses des Aufsichtsrates der IBG am 2. März.

Die IBG ist die Immobilientochter des Berliner Bankenkonzerns und wirkte federführend beim Bau der Rennstrecke. Dabei kam es nach einem Bericht des Tagesspiegels vom 18. Mai zu deutlichen Überschreitungen der geplanten Baukosten. Die Wirtschaftsprüfer von BDO gehen von Mehrkosten in der Größenordnung von 150 Millionen Mark aus.

Die Immobilientochter des in Schieflage geratenen Bankenkonzerns ist den Gutachtern zufolge über mehrere Beteiligungen in Bau und Betrieb der Rennstrecke einbezogen. Der Korruptionsverdacht steht möglicherweise in einem Zusammenhang mit der Baukostensteigerung. Dazu befragt, sagte der Pressesprecher des Landesrechnungshofes René Kohl: "Wir befinden uns in einem laufenden Prüfungsverfahren, deshalb können wir dazu keine Stellung nehmen." Gegenstand der Prüfungen sind nach Aussagen von Insidern die Ausschreibungen für die Bauleistungen bei der Erschließung und dem Bau der Rennstrecke.

Wie den Protokollen weiter zu entnehmen ist, bleibt unklar, wer das in Bau befindliche Hotel am Lausitzring betreiben soll. Auch hier haben sich die Baukosten verdoppelt. In den Lausitzring flossen bisher 260 Millionen Mark von der Bankgesellschaft sowie 241 Millionen Mark Subventionen vom Land Brandenburg.

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