Der Tagesspiegel : Lokführer übersahen rote Signale

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Eberswalde Die Ostdeutsche Eisenbahn Gesellschaft (ODEG) muss die von ihr ausgebildeten Triebwagenfahrer offenbar nachschulen. Kurz nach der Betriebsaufnahme auf vier Strecken östlich Berlins hatten Lokführer in zwei Fällen rote Signale ignoriert; einmal soll ein Triebwagenfahrer auch zu schnell gefahren sein. In einem der Fälle ermittelt der Bundesgrenzschutz (BGS) als Bahnpolizei wegen des Verdachts einer Gefährdung des Zugverkehrs. Der Triebwagenfahrer hatte nach Angaben des BGS in Eberswalde auf der Fahrt Richtung Templin ein Rot zeigendes Ausfahrtssignal ignoriert. Der Triebwagen war durch die technischen Sicherungen zwangsgebremst worden. Nach Angaben der ODEG wurde der Fahrer suspendiert. Die zweite Rotfahrt erfolgte beim Rangieren in Frankfurt (Oder).

Die ODEG ist ein gemeinsames Unternehmen der Hamburger Hochbahn und der Prignitzer Eisenbahn. Sie hat den Betrieb auf den Nebenstrecken östlich Berlins vor einer Woche von der Bahn AG übernommen, gegen die sie sich in einer Ausschreibung durchgesetzt hatte. Die Bahn AG musste für ihr ausgebildetes Personal neue Arbeitsplätze im Konzern suchen, während die ODEG meist bahnfremde Mitarbeiter einstellte, die dann von ihr ausgebildet wurden. Auf seiner Internet-Seite (www.odeg.de) bittet das Unternehmen die Fahrgäste, die „Unannehmlichkeiten“ zu entschuldigen, die beim Start des Betriebs entstanden seien. In den ersten Tagen habe es zum Teil Betriebsausfälle und Verspätungen gegeben. Kurzfristig seien deshalb als Ersatz Busse und Taxis eingesetzt worden.

Brandenburg will den Betrieb von weiteren Strecken ausschreiben. Derzeit läuft ein Verfahren für die Verbindung von Berlin-Lichtenberg nach Küstrin. kt

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