Der Tagesspiegel : "Marina Oderberg": Ankerplatz nicht nur für Freizeitkapitäne

Claus-Dieter Steyer

Beim großen Einsatz der Bundeswehr gegen das Hochwasser der Oder vor drei Jahren hat es bei Dirk Buske gefunkt. Der damalige Leiter einer Großküche fand Gefallen an der Landschaft des Oderbruchs, seinen Menschen und vor allem am Wasser. Das hatte in jener Zeit Tausende Helfer und Bundeswehrsoldaten in Atem gehalten. Beim letztlich in diesem Landstrich erfolgreichen Kampf gegen die Fluten kam dem Mann aus dem Westen die Idee, sich im Oderbruch oder in seiner Nähe sesshaft zu machen. Der Zufall half wie so oft bei solchen Gelegenheiten. Denn in Oderberg waren zwar ein Yachthafen mit einem Hotel und einem Restaurant fast fertiggestellt, doch es fehlte nach einem Todesfall ein Betreiber. Dieter Buske übernahm mit seiner Freundin Stefanie Kothe das Geschäft und eröffnete die Marina Oderberg.

Direkt am Oder-Havel-Kanal und östlich des Schiffshebewerkers Niederfinow gelegen, bietet der Hafen mit dem Restaurant nicht nur für Freizeitkapitäne ein lohnendes Ausflugsziel. Auch Landratten können sich hier den Wind vom Wasser um die Nase wehen lassen und den großen und kleinen Schiffen in Richtung Ostsee zuwinken: entweder von den Tischen auf der Terrasse direkt am Kanal oder von ausleihbaren Kanus und kleinen Booten mit Außenbordmotor aus. Selbst ein Bad im Kanal birgt nicht mehr höchste gesundheitliche Risiken wie noch vor zehn Jahren. Dennoch ist ein Duschen nach der Abkühlung im ungefährlichen Hafenbecken empfehlenswert.

Die Küche des bis zu 50 Personen Platz bietenden Restaurants glänzt erwartungsgemäß nicht mit Spezialitäten oder Gerichten der Oberklasse. Die Gäste der meisten hier festmachenden Boote wollen offensichtlich genau wie die Ausflügler von der Landseite schnelles und preiswertes Essen. Da kosten die Regenbogenforelle "Müllerin Art" mit Kartoffelröstis und Bohnenbündchen 18,50 Mark, die "classische Lasagne" 12,50 Mark und Spaghetti Bolognese nur 7,90 Mark. Lachs gibt es sowohl als Lasagne (14,90 Mark), in Blätterteig mit Spinatfüllung für 22,90 Mark als auch als Steak (!) mit Kartoffelbällchen für 20 Mark. Manch einer ist schon mit einem Toast Hawaii oder einem überbackenem Camenbert zufrieden. Für Übernachtungen stehen mehrere Doppelzimmer zum Preis von 98 Mark mit Frühstück zur Verfügung.

Wie es sich für eine richtige Hafenkneipe im besten Sinne des Wortes gehört, gibt es regelmäßig Tanzabende und kleine Feste. Zu einer größeren Runde wird am 29. Juli eingeladen. Denn dann steigt auf der Marina Oderbruch ein Hafenfest mit vielen Überraschungen. Der Ausflug kann mit einem Abstecher in das sehenswerte Museum der Binnenschifffahrt mit dem historischen Raddampfer von der Elbe verbunden werden.

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