SPD und Wahlkampf : Regierung ist Mist

1998 gab es in der SPD die „Kampa“, da wurden in aller Öffentlichkeit die Minuten bis zum Regierungswechsel gezählt; heute zählt die SPD wohl eher noch ihre Minuten in der Regierung.

Stephan-Andreas Casdorff

Was macht eigentlich die SPD da? Sie versenkt sich. Nein, nicht in Gedanken, nicht, sondern im Gegenteil gedankenlos als Volkspartei. Ihre Strategie ist keine, das kann man heute sagen, nach einem Blick auf die Umfragen. 25 Prozent bei der Bundestagswahl am 27. September wären, frei nach Willy Brandt, auch schon ein schönes Ergebnis. Es bleibt nämlich nicht mehr allzu viel Zeit bis zum Wahltag, um erstens den Kandidaten bekannt zu machen als einen, der Kanzler kann, und zweitens die SPD als Regierungskraft, die es besser kann. Wenn sie doch nicht einmal die Union in deren Streit um die zukünftigen Steuersätze richtig anzugreifen versteht. Dabei hat Deutschland eine richtige Wahl verdient; es ist doch nicht so, dass CDU und CSU alles richtig machten. Bei denen sagt außerdem keiner, was sie wirklich machen wollen. Und 1998 gab es in der SPD die „Kampa“, da wurden in aller Öffentlichkeit die Minuten bis zum Regierungswechsel gezählt; heute zählt die SPD wohl eher noch ihre Minuten in der Regierung. Und der Wahlkampfmanager von damals, Matthias Machnig, schreibt derweil, dass der „Fetisch Mitte“ überwunden werden müsse – „Richtung statt Mitte“. Die Richtung wird immer klarer: Opposition.

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