Der Tagesspiegel : Mit dem Doppeldecker zur Kunst Ab 15.Oktober fahren Busse auf Museums-Kurs

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„Der gelbe Pullover“ und „Der Kaufmann Georg Gisze“ haben zweierlei gemeinsam: Beide sind Gemälde in Berliner Museen, und beide bekommen sie zu wenig Besuch, trotz ihrer kunstgeschichtlichen Bedeutung: Den Pullover malte Pablo Picasso, den Kaufmann Hans Holbein d.J. Doch laut Umfragen kennt „der Durchschnittsberliner nur drei bis fünf berühmte Kunstwerke in seiner Stadt“, sagt Werner Plötz.

Der Chef des Medienunternehmens Deutsche Informationsbörse AG hat deshalb gemeinsam mit den Staatlichen Museen zu Berlin die Kampagne „Highlights der Weltkultur – Berlin“ entwickelt. Dazu gehört die „TopMuseums-Tour“: Vom 15. Oktober an steuert ein Doppeldecker-Bus der BVG im Stundentakt zwölf Museen an, täglich außer montags von zehn bis 18 Uhr. Preis: 18 Euro, wobei alle Eintrittspreise enthalten sind; die Tickets gibt es an den Museumskassen. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre zahlen nichts. Zum Vergleich: Ein Tagesticket für die Museumsinsel kostet zehn Euro, ohne Zutritt zu Sonderausstellungen.

Auf dem Fahrplan des Museumsshuttle stehen das Alte Museum, das Pergamonmuseum und die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel, die Gemäldegalerie und die Neue Nationalgalerie am Kulturforum, das Museum für Vor- und Frühgeschichte, die Museen für indische und für ostasiatische Kunst in Dahlem, der Hamburger Bahnhof, die Berlinische Galerie, das Museum Berggruen und das Museum für Fotografie. Läuft die dreimonatige Testphase ab Mitte Oktober gut, soll das Angebot auf alle Häuser des Museumsquartiers Dahlem ausgeweitet werden.

Mit im Museumsshuttle sitzt ein Scout, der über die Museen und ihre Kunstschätze erzählt, denn die Museumslinie soll vor allem diejenigen quer durch die Stadt befördern, die Plötz „Kunstliebhaber, aber keine -kenner“ nennt.

Das zweite Standbein der Aktion ist der Kunstführer „Highlights der Weltkultur – Berlin“, den es jetzt für 10,80 Euro im Buchhandel zu kaufen gibt: 50 der „bedeutendsten Kunstwerke“ in Berlin, verspricht der Herausgeber, die Deutsche Informations Börse AG, seien hier aufgelistet, nebst ihrer Entstehungsgeschichte, einer Kurzbiografie ihres Malers und ihrem Ausstellungsort. All das soll zusammen mit dem Kunst-Bus den Weg zum „Gelben Pullover“ (er hängt im Museum Berggruen) und dem „Kaufmann Georg Gisze“ (in der Gemäldegalerie) verkürzen – in jeder Hinsicht. nidi

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