Der Tagesspiegel : Musikfestspiele: Potsdam-Sanssouci setzt 2001 auf Natur

Hanne Bahra

Die elften Musikfestspiele Potsdam stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Vorbild Natur". Im Jahr der Bundesgartenschau in der Stadt wollen die Musikfestspiele einen Eindruck von der "einzigartigen Kulturlandschaft um Potsdam" und ihrer Verbindung zur Natur vermitteln, wie die Dramaturgin der Festspiele, Babette Hesse, am Mittwoch in Potsdam sagte.

Mit Joseph Haydns Oratorium "Die Schöpfung" werden am 8. Juni die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci ihre diesjährige Konzertsaison eröffnen. 37 Konzerte, Musiktheateraufführungen und musikalisch-literarische Veranstaltungen sowie Führungen, Vorträge und Radtouren stehen bis zum 24. Juni auf dem Programm. Anknüpfend an die höfischen Gartenkonzerte des 18. Jahrhunderts haben die Veranstalter bislang ungenutzte historische Spielorte ausfindig gemacht. So wird am 14. Juni die Ovidgalerie in den Neuen Kammern von Sanssouci zur Kulisse für Händels "Apollo e Dafne". Mit einem "Acte de balett" von Jean-Francois Rameau soll am 15. Juni der frisch restaurierte Gartensalon am Neuen Palais, Musenstätte schon unter Friedrich II., eingeweiht werden. Ein neuer Spielort wird für das Filmlivekonzert mit dem Filmorchester Babelsberg die Parkbühne auf dem BUGA-Gelände sein.

Nicht nur die Wahl der Spielstätten auch die musikalische Illustrierung des Themas "Vorbild Natur" verdient Aufmerksamkeit. Wer dabei nur an Forellenquintett und Mondscheinsonate denkt, wird überrascht sein. Die Palette reicht von musikalischer Naturmalerei des Barock bis zum Jazz. Während am 9. Juni im Palmensaal im Neuen Garten Meeresrauschen und Hühnergeschrei zu vernehmen sein wird, entlockt dort am 12. Juni der moldawische Jazzpianist Michail Alperin dem Piano musikalische Landschaften.

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