Der Tagesspiegel : Oskar und die Dame in Rosa

Cottbus liest ein Buch – passend dazu gab es gestern eine Premiere

Sandra Dassler

Der zehnjährige Oskar schreibt an Gott: „Man nennt mich Eierkopf, ich sehe aus wie sieben, ich bin im Krankenhaus wegen meinem Krebs, und ich habe noch nie mit Dir geredet, weil ich nämlich nicht daran glaube, dass es Dich gibt.“ Ein sterbendes Kind, das von seinen hilflosen Eltern enttäuscht ist und zum Glück eine ehemalige Catcherin trifft: Für ihre diesjährige Aktion „Cottbus liest ein Buch“ haben sich die Cottbuser Eric-Emmanuel Schmitts anrührende Geschichte „Oskar und die Dame in Rosa“ ausgewählt. Den Auftakt zur Leseaktion, an der sich vielen Schulen der Stadt beteiligen, erlebten die Cottbuser gestern in der Kammerbühne des Staatstheaters. In einem Ein-Personen-Stück gibt die Schauspielerin Barbara Bachmann sowohl Oskar als auch der Dame in Rosa eine Stimme. Oma Rosa nämlich rät dem Jungen, von nun an jeden Tag wie zehn Jahre zu leben. So findet Oskar seine große Liebe, heiratet, erfreut sich und leidet an allem, was man das normale Leben nennt. Und wird 110 Jahre alt. Den letzten Brief schreibt Oma Rosa: „Lieber Gott, der kleine Junge ist tot.“

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