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Wahlniederlage : Künast und Trittin ziehen sich aus Grünen-Fraktionsspitze zurück

Renate Künast tritt nicht mehr als Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag an. Der zweite Fraktionschef Jürgen Trittin geht auch..

Renate Künast zieht sich aus der Fraktionsspitze der Grünen zurück.
Renate Künast zieht sich aus der Fraktionsspitze der Grünen zurück.Foto: dpa

Nach dem mageren Abschneiden der Grünen bei der Bundestagswahl ziehen Renate Künast und Jürgen Trittin die Konsequenzen. Beide werden sich bei der bevorstehenden Neuwahl des Fraktionsvorstandes nicht noch einmal bewerben. Die Personalie Künast verlautete am Dienstag aus Fraktionskreisen, Trittin verbreitete die Nachricht über seine Zukunft über den Nachrichtendienst Twitter. Künast will für das Amt der Bundestags-Vizepräsidentin antreten. Dieses bisher von Katrin Göring-Eckardt ausgeübte Amt strebt allerdings auch Parteichefin Claudia Roth an, die ebenfalls nicht mehr antreten will.

Die Grünen hatten bei der Bundestagswahl nur 8,4 Prozent der Stimmen erreicht. Künast gab ihre Entscheidung bei einem Treffen des Reformerflügels am Montagabend bekannt.

Ko-Fraktionschef Jürgen Trittin war neben Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, stand aber nach der Wahlniederlage in den eigenen Reihen unter Kritik.

Die alten und neuen Bundestagabgeordneten kamen am Dienstag im Reichstagsgebäude zu einer ersten informellen Beratung zusammen. Zur ablehnenden Haltung des CSU-Chefs Horst Seehofer im Hinblick auf mögliche Koalitionsgespräche mit der Union, twitterte Trittin: „Über Sondierungsgespräche entscheidet nicht CSU. Die werden Katrin und ich mit führen.“ Die neuen Fraktionsvorsitzenden sollen am 8. Oktober gewählt werden. In der Sitzung der ausscheidenden und neuen Grünen-Abgeordneten bekam Trittin langanhaltenden Applaus. Als wahrscheinlicher Nachfolger gilt der Verkehrspolitiker Anton Hofreiter.

Künast sagte, bereits nach der Urwahl der Grünen-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl im vergangenen November habe sie der damals siegreichen Göring-Eckardt gesagt, dass diese aus ihrer Sicht den ersten Zugriff auf den Fraktionsvorsitz habe. Wer für den Realoflügel nun zum Zug kommt, blieb aber zunächst offen. Neben Göring-Eckardt ist auch Fraktionsvize Kerstin Andreae im Gespräch. (dpa)

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