Casdorffs Agenda : Die SPD liefert - und die CDU schaut zu

Warum sich Gedanken machen, wenn die Sozialdemokraten das schon erledigen? Dass die Merkel-Union den Kampf um Konzepte nicht aufnimmt, schadet der Demokratie. Ein Kommentar.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Fraktionschef Volker Kauder am Dienstag bei der CDU/CSU-Fraktionssitzung.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Fraktionschef Volker Kauder am Dienstag bei der CDU/CSU-Fraktionssitzung.Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die SPD liefert und liefert, Rentenplan, Steuerkonzept - und die CDU schaut zu. Nichts gesagt ist genug gemacht? Warten statt starten? Man könnte meinen, die Wahlkampfstrategie der Merkel-Union sei diesmal nicht asymmetrische Demobilisierung, sondern gleich die Aufgabe jeder Mobilität. Auch der geistigen.

Da sitzen sie im Konrad-Adenauer-Haus - warum eigentlich nicht Helmut-Kohl-Haus? - und feixen sich eins: Lass' doch die SPD den Kram erledigen, sich Gedanken machen, eine Agenda 2030 entwerfen - und wenn es so weit ist, dann tun wir einfach so, als wäre es unsere. Hat ja schon mal geklappt, bei der Agenda 2010. Dazu passt in der CDU natürlich keine Kanzlerkandidatin, die sagt, wofür sie die Macht will. Wo ihr doch die SPD die Macht frei Haus liefert.

Dass das der Demokratie nicht gut tut, sollte man der Union eigentlich nicht sagen müssen.

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