Politbarometer : Keine Mehrheit für Rot-Rot-Grün im Bund

SPD, Linke und Grüne kommen nach dem neuesten Politbarometer zusammen nur auf 45 Prozent. Bei der SPD-Kandidatenfrage zieht eine Mehrheit Schulz Gabriel vor.

Eine neue Farbenlehre im Bundeskabinett? Das Politbarometer gibt's nicht her. Foto: Patrick Pleul/dpa
Eine neue Farbenlehre im Bundeskabinett? Das Politbarometer gibt's nicht her.Foto: Patrick Pleul/dpa

Eine rot-rot-grüne Koalition, über die seit längerem diskutiert wird, hätte in der Bevölkerung derzeit keine Mehrheit. Im aktuellen Politbarometer von ZDF und Tagesspiegel kommen die drei Parteien zusammen nur auf 45 Prozent. Eine Mehrheit gäbe es weiterhin für die derzeitige große Koalition aus CDU/CSU und SPD sowie für eine Koalition aus Union, Grünen und FDP, wie die am Freitag veröffentlichte Umfrage ergab.

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, kämen CDU/CSU auf 33 Prozent (minus eins), die SPD auf 23 Prozent (plus eins), die Linke auf zehn Prozent, die Grünen auf zwölf Prozent und die FDP auf fünf Prozent (alle unverändert). Die AfD würde jetzt zwölf Prozent (minus eins) erreichen und die anderen Parteien zusammen fünf Prozent (plus eins). Bei der Frage der SPD-Kanzlerkandidatur liegt der als möglicher Anwärter gehandelte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz vor Sigmar Gabriel, der als Parteichef das erste Zugriffsrecht hat. Bei den SPD-Anhängern sprechen sich 27 Prozent für Gabriel, 30 Prozent für Schulz und 16 Prozent für einen anderen Kandidaten aus. 27 Prozent können keinen konkreten Kandidaten benennen.

Merkel vor Gabriel

Werden die Angaben aller Befragten zugrunde gelegt, ergibt sich eine noch deutlichere Präferenz: Hier liegt Schulz mit 28 Prozent klar vor Gabriel mit nur 18 Prozent, 16 Prozent nennen eine andere Person und 38 Prozent können niemanden benennen. Was die Kandidatenfrage bei der Union betrifft, meinen 71 Prozent aller Befragten und 80 Prozent der CDU/CSU-Anhänger trotz der erkennbaren bisherigen Zurückhaltung der CSU, dass sich die beiden Parteien auf Angela Merkel als gemeinsame Kanzlerkandidatin einigen werden. 24 Prozent aller Befragten und 17 Prozent der Unions-Anhänger sehen das nicht so.

Grafik: Tsp
Grafik: Tsp

Wenn Angela Merkel und Gabriel als Kanzlerkandidaten anträten, würden 62 Prozent (plus sechs) aller Befragten Merkel vorziehen, Gabriel käme nur auf 25 Prozent (minus acht). Sollte Schulz antreten, sprechen sich 48 Prozent für Merkel aus und 37 Prozent für Schulz. n der Politikerrangfolge liegt Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) weiter auf Platz eins, gefolgt von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Platz drei belegt Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), gefolgt von Merkel, Grünen-Chef Cem Özdemir, dem Linken-Politiker Gregor Gysi, Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Gabriel, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und als Schlusslicht CSU-Chef Horst Seehofer.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für das Politbarometer diese Woche 1287 Wahlberechtigte. (AFP)

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