Syrien : Wirbel um falsches Bekennerschreiben nach Anschlägen

Nach den verheerenden Selbstmordanschlägen sucht Syrien nach den Drahtziehern. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Gewalttaten als "inakzeptabel".

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Gewalttaten als „inakzeptabel“ verurteilt und zu einem umfassenden politischen Wandel in Syrien aufgerufen.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Gewalttaten als „inakzeptabel“ verurteilt und zu einem umfassenden politischen Wandel in...Foto: dpa

Nach den Selbstmordanschlägen in Damaskus heizt ein falsches Bekennerschreiben die Spekulationen über die Drahtzieher des Blutbades mit 44 Toten an. Die syrische Muslimbruderschaft wies am Samstag in Damaskus Berichte zurück, wonach sie sich angeblich zu der Tat bekannt hatte. Die Muslimbrüder warfen im Gegenzug dem Regime von Präsident Baschar al-Assad vor, es habe ihre Webseite manipuliert und ein falsches Schuldeingeständnis platziert.

„Es gehört nicht zu den Grundwerten der syrischen Muslimbruderschaft, die eigenen Leute zu töten“, zitierte Sheikh Anas Airut vom Nationalrat der syrischen Opposition in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur dpa den Chef der unter Assad verbotenen Muslimbrüder, Suheir Salem.

Selbstmordattentäter hatten nach offiziellen syrischen Angaben am Freitag zwei Autobomben fast zeitgleich vor Gebäuden der Sicherheitskräfte und des Geheimdienstes in die Luft gesprengt. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete 44 Tote und weitere 166 Verletzte. Ärzte in Krankenhäusern sprechen indessen von 50 Toten.

Blutiger Aufstand gegen Assad
18. Juli 2012: Assads Verteidigungsminister Daud Radscha wird bei einem Anschlag der Freien Syrischen Armee in Damaskus getötet.Weitere Bilder anzeigen
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18.07.2012 16:0418. Juli 2012: Assads Verteidigungsminister Daud Radscha wird bei einem Anschlag der Freien Syrischen Armee in Damaskus getötet.

Es waren die ersten Selbstmordanschläge seit Beginn der Massenproteste gegen das Assad-Regime im März. Sicherheitskräfte begannen mit einer groß angelegten Suche nach Mittätern und Drahtziehern. Aus Damaskus berichteten Bewohner von zahlreichen Straßenkontrollen und Festnahmen.

Die syrische Regierung machte das Terrornetzwerk Al-Kaida für das Blutbad verantwortlich. Die Art und Weise, mit Anschlägen eine möglichst hohe Zahl von Menschen zu töten, sei ein Markenzeichen von Al-Kaida, hieß es in einer Erklärung des syrischen Innenministeriums.

Die Machthaber hatten auch den Aufstand der Demokratiebewegung als Terrorismus eingestuft. Die Behörden werteten die jüngsten Attacken in einer Erklärung als Eskalation eines seit neun Monaten anhaltenden Terrors.

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