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Wahlen in Tunesien : Wahlsieg der Islamisten zeichnet sich ab

Zum ersten Mal hat es in der Geschichte Tunesiens freie Wahlen gegeben. Nun gibt es aus Parteikreisen Hinweise auf einen deutlichen Wahlerfolg der islamistischen Ennahda-Bewegung.

Nachdem großen Andrang auf die Wahllokale werden in Tunesien nun die Stimmen ausgezählt - erst morgen wird ein Ergebnis erwartet.
Nachdem großen Andrang auf die Wahllokale werden in Tunesien nun die Stimmen ausgezählt - erst morgen wird ein Ergebnis erwartet.Foto: dpa

Bei den ersten freien Wahlen in Tunesien gibt es Hinweise aus Parteikreisen auf einen deutlichen Wahlerfolg der islamistischen Ennahdha-Bewegung. In den bereits ausgezählten Wahlkreisen liege die Partei mit einem
Stimmanteil zwischen 25 und 50 Prozent deutlich vorn, sagte ein Mitglied der Ennahdha-Führung am Montag der dpa. Eine Sprecherin der sozialdemokratischen PDP bestätigte den Trend. Die Partei von Ahmed Néjib Chebbi lag in Wahlumfragen auf Platz zwei. Das vorläufige Endergebnis soll vermutlich erst an diesem Dienstag vorliegen. Die Auszählung der Stimmen habe vielerorts mit erheblicher Verspätung begonnen, berichteten EU-Wahlbeobachter. Grund sei die flexible Auslegung der Wahllokal-Öffnungszeiten. Viele hätten den Andrang im offiziell vorgegebenen Zeitraum nicht bewältigen können. Neun Monate nach dem Sturz von Langzeitherrscher Zine el Abidine Ben Ali waren rund sieben Millionen Menschen aufgerufen, die Mitglieder einer verfassungsgebenden Versammlung zu bestimmen.

Über die Wahlbeteiligung gab es am Sonntagabend zunächst nur ungenaue Informationen. Ein Mitarbeiter der Wahlkommission sagte, dass von den 4,1 Millionen registrierten Wahlberechtigten mehr als 90 Prozent abgestimmt hätten. Die nichtregistrierten Tunesier durften aber ebenfalls in speziellen Wahllokalen ihre Stimme abgeben.

Neun Monate nach dem Sturz von Langzeitherrscher Zine el Abidine Ben Ali waren am Sonntag rund sieben Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, die 217 Mitglieder einer verfassungsgebenden Versammlung bestimmen. Diese soll einen neuen Übergangspräsidenten ernennen und ein Grundgesetz erarbeiten. Für die 217 Sitze in der Versammlung kandidierten insgesamt 11 618 Bewerber. (dpa)

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