• Wer soll Angela Merkel den Job streitig machen?: SPD-Politiker fordern Ende der Debatte über Kanzlerkandidatur  
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Wer soll Angela Merkel den Job streitig machen? : SPD-Politiker fordern Ende der Debatte über Kanzlerkandidatur  

In der SPD geht die Debatte um einen Kanzlerkandidaten unvermindert weiter. Die Juso-Chefin plädiert für eine Urwahl. Andere halten das für Unsinn.

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Packt er es an? Vizekanzler Sigmar Gabriel hat den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur für die SPD 2017. Foto: AFP
Packt er es an? Vizekanzler Sigmar Gabriel hat den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur für die SPD 2017.Foto: AFP

Mehrere SPD-Politiker haben ihre Partei dazu aufgerufen, die Debatte über die SPD-Kanzlerkandidatur umgehend zu beenden. "Was die SPD zur Zeit am wenigsten braucht, ist eine Kandidatendebatte. Das gilt auch für Verfahrensfragen", sagte der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, Klaus Barthel, dem Tagesspiegel. Er reagierte damit auf Forderung der Jusos, der SPD-Frauen sowie der SPD-Senioren, den SPD-Kanzlerkandidaten per Urwahl zu bestimmen. 

Der Gelsenkirchener SPD-Abgeordnete Joachim Poß kritisierte die Debatte als „überflüssig wie ein Kropf“. Wer im Sommer 2025 über eine Urwahl des SPD-Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2017 rede, helfe nur der CDU, warnte Poß.
Auch die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis vom linken Parteiflügel sowie der SPD-Politiker Hans-Peter Bartels vom reformorientierten "Netzwerk" mahnten ein schnelles Ende der Debatte um die Urwahl des Kanzlerkandidaten an.  "Wir sollten uns auf die inhaltliche und strategische Aufstellung für die Bundestagswahl konzentrieren. Für alle anderen Debatten ist jetzt nicht die Zeit", sagte Mattheis dem Tagesspiegel.  Grundsätzlich spreche nichts gegen eine Urwahl. Voraussetzung sei aber "neben inhaltlicher Klarheit, dass mehrere Kandidaten antreten wollen". Bartels erklärte: "Das ist eine Diskussion auf der grünen Wiese, darüber muss man jetzt nicht reden."

Zuvor hatte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner Sympathien für den Vorschlag der Juso-Bundesvorsitzende, Johanna Uekermann, gezeigt, durch eine Urwahl den Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2017 zu finden. Bei der Mitgliederbeteiligung sei die SPD "unangefochtener politischer Marktführer in Deutschland", sagte Stegner. Parteichef Sigmar Gabriel habe selbst immer wieder gesagt, bei mehreren Kandidaten für die Kanzlerkandidatur sei eine Entscheidung der Mitglieder gefragt. "Der Vorsitzende muss also von niemandem dazu aufgefordert oder gar gedrängt werden."

Doch Stegner, der auch Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag ist, hält den Zeitpunkt für eine Debatte über dieses Thema noch nicht für gekommen. "Wir sollten im Sommer 2015 wirklich nicht über die Kanzlerkandidatur für den Herbst 2017 diskutieren, sondern über die inhaltlichen Vorstellungen der SPD zu den Themen, die die Menschen in ihrem Alltag interessieren, wie Arbeit, Gesundheit, Familie, Pflege, Bildung, Flüchtlingspolitik oder Europa", sagte er.

Juso-Chefin Uekermann hatte in der "Welt" darauf hingewiesen, dass die Partei "mehr als nur einen möglichen Kanzlerkandidaten" habe. "Wir haben gute Männer und Frauen", sagte sie. Die Entscheidung sollten alle Parteimitglieder gemeinsam treffen. "Ein Auskungeln eines Kandidaten wie vor den letzten Wahlen macht die SPD nicht mehr mit", warnte die Vorsitzende der Jungsozialisten.

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