Der Tagesspiegel : Rechte Gewalt: Übergriff auf Amerikaner aufgeklärt

Nach dem fremdenfeindlichen Übergriff auf einen US-Amerikaner in Brandenburg hat die Polizei den mutmaßlichen Haupttäter gefasst. Der rechtsradikale 22-Jährige habe gestanden, am Ostersonntag dem Opfer in einer Gaststätte in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) einen Faustschlag ins Gesicht versetzt zu haben, teilte die Oranienburger Polizei am Freitag mit. Er gab an, den Mann wegen seiner Sprache und seines dunklen Teints angegriffen zu haben.

Das Amtsgericht Oranienburg erließ am Nachmittag Haftbefehl gegen den Auszubildenden aus Luckenwalde (Teltow-Fläming), der die Tat in seiner Bewährungszeit verübt hatte. Der 22-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Er war nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Neuruppin zuletzt im Februar 1999 unter anderem wegen räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von einem Jahr mit Bewährung verurteilt worden. Die Bewährung wurde den Angaben zufolge auf drei Jahre festgesetzt.

Der 22-Jährige war nach den Worten des Leitenden Oberstaatsanwalts von Neuruppin, Gerd Schnittcher, aufgeflogen, weil er sich auf seinen kahlen Hinterkopf ein Keltenkreuz tätowiert hat. Dies hatten Zeugen des Übergriffs bemerkt. "Der junge Mann ist aus unserer Sicht durch und durch rechtsradikal", betonte Schnittcher. Der 30-jährige US-Amerikaner hatte bei dem Angriff einen Nasenbeinbruch erlitten.

An der Attacke auf eine achtköpfige Reisegruppe aus den USA waren nach Zeugenaussagen drei Männer beteiligt. Zwei Tatverdächtige im Alter von 22 und 23 Jahren konnten unmittelbar nach dem Vorfall festgenommen werden. Mehrere der Amerikaner identifizierten sie laut Polizei zweifelsfrei als Täter. Die Beschuldigten, die sich wieder auf freiem Fuß befinden, gestanden die Tat aber nicht.

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