Der Tagesspiegel : Regine Hildebrandt „tut gut“ Ihr Mann veröffentlicht ein Buch über ihr Leben

Den wichtigsten Satz des Abends spricht Wolfgang Tiefensee: „Wir bräuchten viel mehr Regine Hildebrandts“, sagt der Verkehrsminister im Willy-Brandt-Haus, „gerade in unseren Tagen ist es wichtig, an sie zu erinnern, denn die Mutter Courage des Ostens mit ihrem hohen Maß an Beharrlichkeit war immer nahe bei den Menschen, sie schaute genau hin, sprach nicht über sie, sondern mit ihnen.“

Huldigungen ohne Ende für eine unermüdliche, rastlose, entwaffnend ehrliche und konsequente Politikerin, zu der zahlreiche Fans auch noch sieben Jahre nach ihrem Tod im November 2001 strömen – wie zu dieser Premiere eines reich bebilderten Erinnerungsbandes an die „Stimme des Ostens“. Ihr Mann Jörg hat aus Kalendereintragungen, Erlebnissen, Selbstzeugnissen und Anekdoten ein lesens- wie sehenswertes Buch gemacht. Eine Fülle an Fotos lässt uns den Lebenslauf einer ungewöhnlichen Frau nach- und mitempfinden. Auf dem Podium erinnern sich Jörg Hildebrandt, Tochter Frauke, Richard von Weizsäcker und Ulrich Wickert an jene Frau, die Wickert „eine der größten Niederlagen“ beigebracht hatte, indem sie in den „Tagesthemen“ auf eine Frage sechs Minuten lang ohne Punkt und Komma antwortete. Weizsäcker kennt niemand, der den Prozess der Einheit mit soviel Tapferkeit befördert hätte wie sie. Am Ende: Andrang am Buchstand. Lo.

„Regine Hildebrandt. Erinnern tut gut“, Aufbau, 224 Seiten, 22,95 Euro.

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