Der Tagesspiegel : S-Bahnhof Charlottenburg: Kurzer Weg nach langem Streit

Klaus Kurpjuweit

Nach langen Querelen ist es jetzt soweit: Von heute an müssen Fahrgäste, die zwischen dem S-Bahnhof Charlottenburg und dem U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße umsteigen, nur noch einen kurzen Weg zurücklegen. Statt rund 300 Meter sind es lediglich noch knapp 80 Meter. Möglich macht dies der neu gebaute Bahnsteig für die S-Bahn, der näher an die Wilmersdorfer Straße gelegt worden ist. Jetzt wird mit dem Bau des zweiten Bahnsteigs daneben begonnen.

Lange war gestritten worden, ob der verlegte S-Bahnhof wie zuvor die alte Anlage auch wieder zwei Bahnsteige bekommen sollte oder nur eine Plattform, wie es eine Bürgerinitiative gefordert hatte. Dann hätten weniger Bäume gefällt werden müssen, und der eine Bahnsteig wäre noch dichter an den U-Bahnhof herangerückt. Gebaut werden nach dem Willen der S-Bahn nun zwei Bahnsteige. Die Strecke zwischen Charlottenburg und Zoo war deshalb im Februar 2003 gesperrt worden, doch die Arbeiten an den Bahnsteigen begannen erst vier Monate später. Dann stritten sich der damalige Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) und die Bahn um den Kaufpreis für ein Grundstück, auf dem als Ausgleich für die Baumfällungen ein Park angelegt werden soll. Abgeschlossen werden sollen die Arbeiten zur Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Sommer. Dann sollen auch die Sanierungsarbeiten im S-Bahnhof Westkreuz beendet sein, so dass die Züge bei Veranstaltungen im Olympiastadion wieder in kurzen Abständen fahren können.

Auch wenn die Wege zwischen S- und U-Bahnhof nun kürzer geworden sind, reicht es nicht für einen gemeinsamen Namen der Umsteigestation. Die Bahn beharrt für ihren Bahnhof auf dem Namen „Charlottenburg“, und die BVG lässt es bei „U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße“.

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