Schläge nach dem Training : Türkiyem Spor beklagt ausländerfeindlichen Übergriff

Junge Sportler des Berliner Vereins Türkiyem Spor sind im brandenburgischen Lindow von anderen Jugendlichen angegriffen und verletzt worden. Angeblich sind zuvor ausländerfeindliche Parolen gefallen. Als die Berliner einen Supermarkt betreten wollten, kam es zu Handgreiflichkeiten.

Ferda Ataman

LindowEigentlich waren sie zum Trainieren nach Neuruppin gekommen, doch nun sitzen einige Spieler der B Jugend des Berliner  Fußballvereins Türkiyem Spor bei der örtlichen Polizeiwache und machen eine Aussage. Zwischen ihnen und Jugendlichen aus dem Ort habe es handgreifliche Auseinandersetzung gegeben hat, wie die Polizei gegenüber dem Tagesspiegel bestätigt. Einer der Türkiyem Spor-Spieler wurde dabei offenbar mit einem Baseballschläger am Oberschenkel verletzt.

„Die deutschen Jugendlichen haben unsere Jungs beleidigt und provoziert“, sagt Susam Dündar, Pressesprecherin von Türkiyem Spor. Beteiligte vor Ort hätten ihr berichtet, dass die Jugendlichen bereits am Montag auf dem Weg zu einem Supermarkt nahe der Sportschule Lindow von Jugendlichen mit ausländerfeindlichen Parolen angebrüllt worden. Begriffe wie Gaskammern seien gefallen, und Beleidigungen gegen Frauen mit Kopftuch.

Am Dienstag seien die Fußballspieler von der gleichen Gruppe vor dem Supermarkt mit Baseballschlägern angegriffen worden und hätten nach einer körperlichen Auseinandersetzung versucht, in den Supermarkt zu flüchten. „Dort haben die Angestellten die Spieler rausgeworfen“, so Dündar.

„Die Hintergründe werden derzeit ermittelt“, sagt dagegen Manja Stolz von der Neuruppiner Polizei. Noch werde geprüft, „inwieweit die Auseinandersetzung einseitig war oder auch nicht“.  Bei Türkiyem Spor dagegen ist man davon überzeugt, dass es sich um einen Angriff mit „extrem unwürdigen Provokationen“ durch Ausländerhass handelt. Falls die Vereinsspieler handgreiflich geworden seien, dann als Reaktion auf die Provokation. „Unsere Spieler kennen ja Beschimpfungen im Stadium“, sagt Susam Dündar, aber dass sie auf der Straße angegriffen werden, sei neu.

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