SERIE WENDEKalender : 5. August 1989

Streit um den Abriss von Theodor Storms Haus und unerwünschte Botschaftsgäste

JAHRE

MAUERFALL

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In Potsdam ist das ehemalige Wohnhaus von Theodor Storm abgerissen worden, berichtet die „Berliner Morgenpost“. Das Haus des Schriftstellers („Der Schimmelreiter“) in der Dortustraße 68, der früheren Waisenstraße, sei noch keinesfalls baufällig gewesen. Es gehörte zum Gebiet der barocken Stadterweiterung aus den Jahren 1732 bis 1742. Storm, der Jurist war, hatte ab 1853 eine Stelle im Kreisgericht Potsdam. Seit 1980 seien in diesem Viertel bereits 29 Häuser abgerissen worden. Die Bürgerinitiative „Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung“, zu der auch der Hygienearzt Matthias Platzeck gehört, kämpfte vergeblich für den Erhalt des Gebäudes. Platzeck wird 13 Jahre später zum Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg gewählt werden.

In der ehemaligen Gesandtschaft Griechenlands im Diplomatenviertel am Tiergarten hausen Obdachlose. Das Frontportal der Kriegsruine ist aufgebrochen, drinnen liegen leere Bierflaschen und Schlafsäcke, schreibt die „Morgenpost“. In dem Gebäude bestehe überall Einsturzgefahr, an den Treppen fehlen die Geländer. Zuständig ist die griechische Militärmission. Attaché Panayotis Pappas erklärt, man habe das Gebäude schon mehrfach zumauern lassen, für eine komplette Sicherung fehle das Geld. loy

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