Der Tagesspiegel : SPD macht sich mit Umfrage neuen Mut Platzeck im persönlichen Vergleich angesehener als Schönbohm

Michael Mara

Die SPD versucht, ihre Genossen an der Basis durch eine neue Meinungsumfrage zu motivieren. Nachdem bei den letzten Fragen nach der Parteien-Präferenz die CDU erstmals stärkste politische Kraft im Land wurde, haben die Genossen nun ermitteln lassen, wie die Wähler SPD- und Regierungschef Matthias Platzeck und CDU-Chef Innenminister Jörg Schönbohm im direkten Vergleich sehen. Danach liegt Platzeck bei bestimmten Persönlichkeitswertungen deutlich vor Schönbohm. Die repräsentative Umfrage ist im März von Infratest/Dimap gemacht und bisher nicht veröffentlicht worden. Derzeit wird sie den SPD-Wahlkämpfern in den Unterbezirken vorgestellt.

Danach meinen 74 Prozent der befragten Brandenburger über Platzeck: „Er ist einer von uns.“ Schönbohms Wert dabei: 29 Prozent. „Er passt zu Brandenburg“ sagen 83 Prozent über Platzeck, aber nur 38 Prozent über seinen Herausforderer. 82 Prozent sind davon überzeugt, dass Platzeck „die Interessen Ostdeutschlands vertritt“. Über Schönbohm sagen das nur 46 Prozent. 54 Prozent bescheinigen Platzeck, dass er „die Sorgen der kleinen Leute versteht“. Nur 25 Prozent glauben das bei Schönbohm. „Setzt sich für Familie und Kinder ein“ sagen 54 Prozent über Platzeck, 31 Prozent über Schönbohm. Die SPD sieht sich aufgrund der Umfrageergebnisse darin bestätigt, im Wahlkampf voll auf Platzeck zu setzen. „Alles andere wäre Schwachsinn“, so Landesgeschäftsführer Klaus Ness.

Die CDU, die derzeit nach den Umfragen 34 Prozent der Stimmen bei der Landtagswahl bekäme und damit vier Prozentpunkte vor der SPD liegt, gab sich gelassen. CDU-Landesgeschäftsführer Thomas Lunacek sagte, derartige Vergleiche würden an der wesentlichen Frage nichts ändern: Platzeck werde als sympathischer Politiker angesehen, habe aber „nicht die Kraft zum Durchsetzen und Verändern“. Der Aufbau Ost stehe still, insbesondere auch Brandenburg brauche dringend mehr Bewegung.

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