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2:2 gegen Hannover 96 : Hertha BSC: Irgendwie durchgewurschtelt

Gegen den Tabellenletzten aus Hannover kommt Hertha BSC nur zu einem 2:2 – verteidigt durch ein spätes Tor von Salomon Kalou aber Platz drei.

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Herthas Julian Schieber (l) und Peter Pekarik (r) bejubeln den Torschützen zum 2:2-Ausgleich, Salomon Kalou (M.).
Herthas Julian Schieber (l) und Peter Pekarik (r) bejubeln den Torschützen zum 2:2-Ausgleich, Salomon Kalou (M.).Foto: dpa

Salomon Kalou schien die Sache selbst ein bisschen peinlich zu sein. Sein Jubel fiel jedenfalls sehr zurückgenommen aus. Kalou hätte es beinahe noch versaut. Nach dem Zuspiel des gerade eingewechselten Julian Schieber war ihm der Ball ziemlich weit vom Fuß gesprungen, doch quasi im Nachfassen brachte er den Ball doch noch aus fünf Meter Entfernung ins Tor. Der Treffer passte zum Auftritt von Hertha BSC gegen den Tabellenletzten Hannover 96. Irgendwie durchgewurschtelt. 2:2 (1:1) hieß es am Ende – und damit mussten die Berliner sogar noch zufrieden sein. „Bleiben wir auf dem Teppich. Das war okay“, sagte Hannovers neuer Coach Daniel Stendel.

Zwei Änderungen hatte Herthas Trainer Pal Dardai nach der 0:5-Niederlage in Mönchengladbach vorgenommen. Für Fabian Lustenberger rückte Sebastian Langkamp in die Viererkette; Peter Pekarik ersetzte Vladimir Darida, der erstmals in seiner Zeit bei Hertha BSC auf der Bank saß. Daniel Stendel, der noch retten soll, was nicht mehr zu retten ist, nahm gleich sechs Änderungen im Vergleich zum letzten Spiel unter Thomas Schaaf vor. Unter anderem kam der erst 19 Jahre alte Noah-Joel Sarenren-Bazee zu seinem Bundesligadebüt. Der gleichaltrige Waldemar Anton stand bei seinem dritten Einsatz für die 96er erstmals in der Startelf.

Stendel, zuvor Trainer bei Hannovers U 19, hatte nur wenige Tage Zeit gehabt, doch seine Mannschaft zeigte ein ganz anderes Gesicht als zuletzt unter Schaaf. Gut organisiert in der Defensive, fleißig und durchaus mutig im Spiel nach vorne. Vor allem Sarenren-Bazee zeigte bei seinem Profidebüt keinerlei Scheu. Dabei hatte das Spiel für die Gäste denkbar schlecht begonnen. Schon in der vierten Minute ging Hertha mit dem ersten Angriff in Führung. Nach einer schnittigen Hereingabe von Marvin Plattenhardt spitzelte Vedad Ibisevic den Ball an Hannovers Torhüter Ron-Robert Zieler vorbei zum 1:0 ins Tor.

Hertha fand bis zur Pause nicht mehr in den Spaßmodus zurück

Schöner kann man sich das vermutlich nicht ausmalen: ein frühes Tor gegen den Tabellenletzten, der sich dann idealerweise bis zum Schlusspfiff der Resignation hingibt. Von wegen! Nur zwei Minuten später hatte 96 bereits zwei prächtige Gelegenheiten zum Ausgleich gehabt. Erst parierte Rune Jarstein einen Schuss von Uffe Bech. Und nach der anschließenden Ecke landete der Schuss von Manuel Schmiedebach am Pfosten. Der frühere Berliner leitete nach etwas mehr als einer Viertelstunde auch den Treffer zum 1:1 ein. Mit der Hacke bediente Schmiedebach Hiroshi Kiyotake, nach dessen Pass in die Spitze überwand Artur Sobiech Jarstein im Berliner Tor.

Hertha fand bis zur Pause trotz 65 Prozent Ballbesitz nicht mehr in den Spaßmodus zurück. Hannover war griffig in den Zweikämpfen und bot kaum Lücken. Es war kein Zufall, dass die einzige weitere gefährliche Situation der Berliner aus einer Ecke resultierte. Und es war bezeichnend, dass der durchaus gefährliche Schuss von Per Skjelbred am Oberschenkel seines Kollegen Niklas Stark landete, der dabei auch noch im Abseits stand.

Für die Gäste gab es kurz nach der Pause den nächsten Rückschlag. Uffe Bech verdrehte sich ohne Fremdeinwirkung das Knie und musste ausgewechselt werden. Aber auch das steckte Hannover weg. Hertha kam vor 45.229 Zuschauern weiter nicht in Tritt. Trainer Dardai brachte nach nicht einmal einer Stunde Darida für Mitchell Weiser. Der Wechsel kam eine Minute zu spät. Weiser hatte gerade seine fünfte Gelbe Karte gesehen und fehlt damit nächste Woche in Hoffenheim.

Es sollte sogar noch ärger für die Berliner kommen. Wieder nur eine Minute später gerieten sie gegen den Tabellenletzten sogar in Rückstand. Der überragende Schmiedebach leitete den Treffer selbst ein und vollendete nach Doppelpass mit dem gerade eingewechselten Kenan Karaman zum 2:1. Vom Innenpfosten trudelte der Ball über die Linie. Immerhin hatte Pal Dardai mit der Einwechslung Schiebers ein glückliches Händchen. Der Stürmer bereitete mit seinem ersten Ballkontakt den 2:2-Ausgleich durch Kalou ein.

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