Biathlon : Andrea Henkel in Gelb

Den krönenden ersten Saisonsieg verfehlten die deutschen Biathleten beim "Björndalen-Festival" auf den WM-Strecken des Jahres 2008 in Östersund. Bei den Frauen übernahm Andrea Henkel aber die Gesamtführung.

Östersund - Der Norweger Ole Einar Björndalen gewann zum Biathlon-Saisonauftakt alle drei Rennen und feierte seine Weltcup-Siege 64 bis 66. Dabei ließ er sich im 12,5 Kilometer langen Verfolgungsrennen auch durch vier Strafrunden nicht vom Sieg abbringen. Er reckte kurz die Faust in den Himmel, umarmte seine Frau Nathalie und bekräftigte seine Pläne, auch bei der nordischen Ski-WM starten zu wollen. Björndalen führt den Weltcup souverän an. Bei den Frauen trägt Andrea Henkel (Großbreitenbach) mit einem Punkt Vorsprung vor der Polin Magdalena Gwizdon das Gelbe Trikot.

Im 10 km langen Rennen der Damen gab es mit der Norwegerin Linda Grubben, die im Sommer Björndalens Privattrainer Roger Grubben geheiratet hat, bereits die dritte Saisonsiegerin. Hinter Lokalmatadorin Anna Carin Olofsson und der polnischen Sprint- Gewinnerin Magdalena Gwizdon stürmten Kati Wilhelm (Zella-Mehlis), Martina Glagow (Mittenwald), Andrea Henkel und Magdalena Neuner (Wallgau) auf die Plätze vier bis sieben.

Ricco Groß erfüllt WM-Norm

Bester deutscher Starter war am Sonntag Team-Routinier Ricco Groß mit nur einer Strafrunde auf Platz fünf. Bei seiner Weltcup- Abschiedstournee erfüllte er damit auf Anhieb die WM-Norm. "Ohne den Leichtsinnsfehler im letzten Liegend-Schuss hätte ich sogar ganz vorn mitlaufen können", meinte der mit Startnummer 17 ins Rennen gegangene Ruhpoldinger. Der Sprint-Dritte Michael Greis (Nesselwang) fiel auf diesmal nicht so optimalen Ski durch zwei Strafrunden im vierten Schießen auf Rang neun zurück, der ebenfalls noch gut im Rennen liegende Oberhofer Sven Fischer nach Fehlzündungen und zwei Runden sogar auf Position 16.

"Hab' ich das Gelbe noch?", lautete Andrea Henkels erste Frage im Ziel. "Das hat für mich schon einen hohen Stellenwert", sagte sie. Dabei hatte das Rennen für sie mit einer Schrecksekunde begonnen. Am ersten Hügel rutschte sie aus der Bindung, musste die Ski neu anschnallen und Schwung holen. Noch ärger traf es Katrin Hitzer (Gosheim). Sie stürzte, eine Kontrahentin fiel über sie. Dabei beschädigte sie ihr Gewehr und zog sich auch zahlreiche schmerzhafte dunkelblau angelaufene Prellungen zu.

Kati Wilhelm knapp am Podest vorbei

Zufrieden kommentierte Kati Wilhelm ihren vierten Platz. "Ärgerlich wäre es gewesen, wenn es hier um WM-Medaillen gegangen wäre. Beim Weltcup ist es nicht so tragisch, wenn eine Sekunde zum Treppchen fehlt", sagte die Weltcup-Verteidigerin, die Laufschnellste des gesamten Feldes war. "Die Laufform stimmt also."

Beim Sprint über 10 Kilometer am Samstag hatten die vier deutschen Staffel-Olympiasieger durch jeweils einen Schießfehler noch bessere Ausgangspositionen für die Verfolgung verpasst. Der dreimalige Turin- Gewinner Michael Greis als Tagesdritter wäre ohne die Strafrunde sogar auf Siegkurs gelaufen. Dabei tankte er in der hochklassigen Konkurrenz eine gehörige Portion Selbstvertrauen. "Dass ich auf der zweiten Runde problemlos mit Ole Einar mitlaufen konnte, stärkt die Zuversicht, dass wir ihn demnächst packen können", kündigte Greis dem Norweger harte Konkurrenz an. (Von Uwe Jentzsch, dpa)

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