Sport : Deutliche Teilnehmersteigerung beim Jubiläum des Stadtlaufes

Jörg Wenig

Nicht ohne Stolz zeigt Wolfgang Paech ein Dokument seines ersten Starts bei den 25 km von Berlin. Damals, im Mai 1981, als das Rennen noch 25 km de Berlin hieß und von den französischen Alliierten organisiert wurde, erhielt jeder Teilnehmer ein persönliches Anschreiben mit der Unterschrift des damaligen Cheforganisators, Major Bride. Darin schrieb der Franzose unter anderem, er hoffe, dass er Wolfgang Paech auch 1982 wieder bei dem Rennen begrüßen könne. Zwei Dinge konnte der Major nicht ahnen: Dass der Berliner Läufer vom SCC über eine außergewöhnliche Ausdauer verfügt und neben vier anderen Startern seitdem keine Auflage dieses Rennens verpassen würde. Und zweitens, dass die Franzosen mit ihrer Idee eines Stadtlaufes eine Lawine lostraten. Denn diese 25 km de Berlin mit 3250 Startern hatten im Jahr 1981 Symbolwirkung für eine neue deutsche Laufbewegung. Das Rennen war der Startschuss für deutsche Straßenläufe im großen Stil, darunter auch den Berlin-Marathon.

Am Sonntag feiern die 25 km von Berlin nun ein Jubiläum. Um 9 Uhr wird auf dem Olympischen Platz die 20. Auflage des Rennens gestartet. Längst auf der Strecke geblieben sind aufgrund der enormen Entwicklung zwar persönliche Anschreiben, dafür allerdings läuft heute manches professioneller als noch 1981. Bilder wie in den ersten Jahren des Rennens, als französische Soldaten mitunter in langen Hosen oder abgelaufenen Turnschuhen an den Start gingen, gibt es längst nicht mehr.

Zum Jubiläum verzeichnen die Veranstalter des Berliner Leichtathletik-Verbandes auf einer attraktiveren Strecke, die jetzt unter anderem durch das Brandenburger Tor führt und nach wie vor im Olympiastadion endet, einen Teilnehmerzuwachs. Waren 1999 noch 4362 Läufer am Start, werden am Sonntag über 5000 erwartet. Hinzu kommen rund 800 Inline-Skater, die ihr Rennen bereits um 8.45 Uhr beginnen und eine Halbmarathondistanz absolvieren, sowie bis zu 1000 Teilnehmer beim 2-km-Kinderlauf. Besser besetzt ist die Spitze des Rennens. Stärkster von sechs Kenianern dürfte Laban Chege sein. Doch Robert Stefko (Slowakei) als auch Dmitri Kapitanow (Russland) haben das Potenzial, den sechsten kenianischen Sieg in Folge zu verhindern. Bei den Frauen kündigt sich eine ähnliche Konstellation an: Mary Ptikany (Kenia) trifft auf Madina Biktagirowa (Russland), die beim Berlin-Marathon 1997 Zweite war. Wer mitlaufen will, erhält unter der Telefonnummer 305 17 71 Informationen.

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