• Formel 1: GP von Brasilien: Ferrari will Mercedes herausfordern - im nächsten Jahr

Formel 1: GP von Brasilien : Ferrari will Mercedes herausfordern - im nächsten Jahr

In der kommenden Saison will Ferrari mit neuem Auto Mercedes angreifen. Aktuell möchte Sebastian Vettel aber erst noch das Duell mit Nico Rosberg um Platz zwei der Fahrerwertung für sich entscheiden.

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Beim Grand Prix von Brasilien startet Sebastian Vettel (l.) von der dritten Position aus. Trainingsschnellster war am Samstag Nico Rosberg (r.)
Beim Grand Prix von Brasilien startet Sebastian Vettel (l.) von der dritten Position aus. Trainingsschnellster war am Samstag Nico...Foto: AFP

Niki Lauda behauptet, die kommende Formel-1-Saison wird spannender. Wegen Ferrari. Er meint, zumindest öffentlich, dass die Italiener im Motoren-Bereich bereits ebenbürtig mit Mercedes wären – der Unterschied nur noch im Bereich des Chassis liege. Was ein bisschen übertrieben sein dürfte, auch wenn Ferrari gerade im Vergleich zu 2014 sicher große Fortschritte gemacht hat. So hatte dann Sebastian Vettel auch die Lacher auf seiner Seite, als er in Brasilien sagte: „Niki ist keiner, dem man alles glauben darf. Er ändert seine Meinung sehr schnell. Manchmal ergibt es Sinn, was er sagt, manchmal aber auch nicht.“

Wäre man mit Mercedes wirklich gleichauf, dann wäre diese Saison ganz anders verlaufen, widersprach der viermalige Weltmeister, gewann den Bemerkungen des Mercedes-F1-Aufsichtsratschefs aber auch Positives ab: „Je mehr er über uns spricht, desto besser. Denn das zeigt, dass er offensichtlich spürt, dass wir kommen.“

Für Vettel steht in Brasilien ja noch viel auf dem Spiel. Nach der Ferrari-Pleite in Mexiko, bei dem das Team zum ersten Mal seit dem GP Australien 2006 kein Auto ins Ziel brachte, kämpft er in Interlagos gegen Nico Rosberg um Platz zwei in der Fahrer-Wertung. „In Mexiko war am Auto nichts kaputt. Das war mein Fehler“, sagt er. „Es sind noch zwei Rennen zu fahren. Solange man die Chance hat, willst du Zweiter werden. Ich hoffe, wir können die Mercedes splitten.“

Aber immer mehr richtet sich auch sein Blick schon auf 2016: „Es ist schwierig, Vorhersagen zu machen. Ich sehe aber die Arbeit im Hintergrund und das ist vielversprechend. Ich denke, wir können einen guten Schritt nach vorne machen“, sagt Vettel. Nach der ersten Saison bei den Roten kennt Vettel das Team und seine Arbeitsweise inzwischen sehr gut: „Ich war überwältigt von der Leidenschaft für Ferrari innerhalb des Teams und von den Fans auf der ganzen Welt. Das ist die rote Magie.“ Und noch einen Pluspunkt hat er ausgemacht: „Auch das Essen ist eine große Stärke, das könnt ihr mir glauben.“

Ferrari ist mit der Entwicklung in dieser Saison zufrieden

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene hat als eindeutige Zielsetzung für nächstes Jahr ja ausgegeben, mit Mercedes auf Augenhöhe im den Titel kämpfen zu können. Schon die in diesem Jahr erzielten Fortschritte sprechen für sich: „Wir haben dieses Jahr einen extrem guten Job gemacht und die Lücke von 1,5 auf vielleicht eine halbe Sekunde reduziert. Das ist großartig. Ich sehe sonst niemanden, der sich um eine Sekunde verbessert hat. Und unser Auto funktioniert auf jedem Typ Strecke“, sagt Vettel. Einer der Gründe für das hohe Entwicklungstempo bei Ferrari im Antriebsbereich – neben dem ein oder anderen im Laufe der Zeit von Mercedes abgeworbenen Mitarbeiter –, ist: Seit wenigen Monaten steht im Werk in Maranello ein sogenannter Antriebssprüfstand, auf dem das Zusammenspiel der verschiedenen Hybrid-Komponenten getestet werden kann. So etwas hatte bis jetzt nur Mercedes. Die allerneueste Motorenversion, die bereits am Prüfstand läuft, setzt Ferrari jetzt am Ende dieser Saison noch nicht einmal ein. Die letzten vier der für 2015 erlaubten Entwicklungsgutscheine, die so genannten „Tokens“, hebt man sich für den neuen, schmaleren Motorblock auf, der dann im 2016er Ferrari ein engeres Heck ermöglichen und damit auch insgesamt aerodynamische Vorteile bringen soll.

Wobei bei all dem eine Frage offen bleibt: Wie viel kann auch Mercedes noch zulegen, wenn das Team wirklich gefordert ist? Denn auch dort bleibt die Entwicklung nicht stehen. Außerdem hatte man in den meisten Rennen in dieser Saison den Eindruck, dass Mercedes kaum einmal ein ganzes Rennen lang wirklich im Grenzbereich unterwegs war.

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