Golf : So cool wie Tiger Woods

Golftalent Anthony Kim beeindruckt die Kollegen. Zwei Siege auf der US PGA Tour konnte er bereits verzeichnen, als erster Amerikaner unter 25 seit Tiger Woods, der ihn für den besten Nachwuchsspieler der Welt hält.

Petra Himmel

SouthportAnthony Kims erste Begegnung mit dem Golfplatz von Royal Birkdale verlief unsanft: „Mein erster Ball landete einen Meter neben dem Fairway und daneben war langes Heu.“ Er meinte das strohige Gras, das der Brite gemeinhin als Rough bezeichnet. Der nächste Versuch landete im Bunker, Kim gab auf und steckte den Ball in die Hosentasche.

Seit dieser Proberunde am Sonntag hat sich der 23-Jährige gemacht: Nach zwei Runden lag der Amerikaner auf dem 27. Rang, sieben Schläge vom führenden KJ Choi entfernt. Beachtlich für einen, der harte Dünenplätze mit kniehohem Rough zuvor nicht kannte.

Kim, dessen Eltern asiatischer Herkunft sind, hat sich seinen Startplatz in Royal Birkdale ehrlich verdient. Er ist die Nummer 13 der aktuellen Weltrangliste. Zwei Siege auf der US PGA Tour konnte er bereits verzeichnen, als erster Amerikaner unter 25 seit Tiger Woods, der ihn für den besten Nachwuchsspieler der Welt hält. Der Weltranglistenerste ist Kims großes Vorbild. „Vor Tiger Woods war Golf nicht cool“, erklärt Kim. „Tiger hat mein Leben enorm beeinflusst. Als er seine Karriere begann, habe ich damit geliebäugelt, ein Golfer zu werden.“

Seine Begegnung mit Woods bei den BMW Championships in Cog Hill im vergangenen Jahr, trug ihren Teil dazu bei. Der immer etwas chaotische Kim sah, wie Woods sich in aller Ruhe einspielte, während er selbst zu spät kam. Woods gewann das Turnier, Kim landete 22 Schläge dahinter. Die Lektion saß: Seitdem konzentriert er sich mehr auf Golf als aufs Nachtleben. „Das war ein Tiefpunkt“, sagt er heute. „Ich habe dann gesagt: Wenn ich das hier schon mache, dann richtig. Inzwischen fälle ich auch außerhalb des Golfplatzes die besseren Entscheidungen.“

Auf dem Golfplatz besticht Kim durch Schlagqualität und Intuition. „Natürlich, werde ich irgendwann die British Open gewinnen“, sagt er heute selbstbewusst. Viele seiner Kollegen rechnen schon jetzt fest damit. Petra Himmel

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