Sport : Großer Auflauf

2003 wird Rekordjahr für Laufveranstaltungen in Berlin

Jörg Wenig

Berlin. Ganze sechs Minuten war das Jahr 2002 Vergangenheit, da kam die erste Meldung für den Berlin-Marathon 2003. Exakt zum Jahreswechsel hatten die Organisatoren um Mitternacht die Anmeldemöglichkeit für Inline-Skater über ihre Internetseite eröffnet. Einige Stunden später war die Meldezahl schon auf 290 gestiegen. Damit begann das Jahr für die SCC-Running Events GmbH – so nennt sich inzwischen das Unternehmen, das dem Charlottenburger Verein gehört und die Läufe organisiert – mit einem Novum, nachdem 2002 mit einem Rekord zu Ende gegangen war.

Zum ersten Mal wurden 2002 bei den Veranstaltungen von SCC-Running mehr als 100 000 Meldungen registriert. „Für uns ist das ein Meilenstein. Das Erreichen dieser Rekordzahl ist ein großer Erfolg und bestätigt unsere Arbeit. Die Entwicklung zeigt, dass unsere Ideen und unser Service bei den Läufern gut ankommen“, sagt Cheforganisator Horst Milde. In 17 Veranstaltungen wurden vergangenes Jahr 108 427 Teilnehmer gezählt. 2001 lag die Zahl bei 95 885. Der Boom wird erst bei der Betrachtung der Zahlen früherer Jahre deutlich: 1999 nahmen 63 825 Läufer teil, 1998 waren es 45 377.

Ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen, im Gegenteil. „Laufen ist in. Das beweist die Zahl der 15 Millionen Jogger in Deutschland“, sagt Eberhard Wagemann, der neben Horst Milde Geschäftsführer der SCC-Running ist. Immer mehr Firmen, so Wagemann, würden den gesundheitsfördernden Wert des Laufsports erkennen und zahlten für ihre Angestellten sogar das Startgeld bei den Veranstaltungen.

„Der Laufsport wird sich auf einem hohen Niveau weiter entwickeln, weil viele Institutionen, zum Beispiel die Krankenkassen, das Laufen mit dem Gesundheitsaspekt entdecken“, sagt Horst Milde, der seit 1964 in 330 Veranstaltungen über 1,14 Millionen Menschen an den Start holte.

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, sind Veränderungen geplant. So erhält der Berlin-Marathon nicht nur, wie berichtet, eine neue Strecke mit Start und Ziel am Brandenburger Tor, sondern die Veranstaltung findet erstmals an zwei Tagen – am 27. und 28. September – statt.

Eigenes Rennen für Skater

Während die Läufer wie bisher am Sonntag starten, erhalten die Inline-Skater ihr eigenes Rennen am Nachmittag des Vortages. „Wir wollen, dass sie aus dem Schatten der Läufer heraustreten. Damit geben wir der Sportart eine Chance, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen", sagt Mark Milde, der für die Skater-Rennen zuständig ist. Dank der Trennung von den Läufern konnte das Limit beim weltweit größten Skater-Marathon auf 12 000 Teilnehmer erhöht werden. Bei den Läufern wurde das Limit auf 35 000 erhöht. Trotzdem ist wahrscheinlich, dass es schon Wochen vor dem 30. Berlin-Marathon keine Startnummern mehr gibt.

Durch eine neue Streckenführung will SCC-Running die Kapazität von drei anderen Läufen erhöhen, die 2002 ebenfalls an ihre Grenzen gestoßen sind: Wenn die neuen Kurse von den Behörden genehmigt werden, können 10 000 Läuferinnen beim Frauenlauf im Tiergarten am 24. Mai starten und 1500 Mannschaften bei der 5 x 5-km-Team-Staffel am 25. Juni. Bei der City-Nacht auf dem Kurfürstendamm am 2. August könnte auch eine fünfstellige Läuferzahl mitmachen. Noch kein Limit gibt es beim Berliner Halbmarathon am 6. April.

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