Sport : Lobinger verpasst eine Medaille

Deutscher Stabhochspringer wird Fünfter hinter Sieger Gibilisco

Jörg Wenig

Paris. Mit einer Überraschung endete der Stabhochsprung der Männer bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Paris. Eine deutsche Medaille gab es nicht. Während der Italiener Giuseppe Gibilisco mit 5,90 m gewann, verpasste es Tim Lobinger, die dritte deutsche Medaille bei diesen Titelkämpfen zu gewinnen. Der Kölner belegte in einem hochklassigen Finale den fünften Platz mit 5,80 m. Niedergeschlagen beobachtete er die weiteren Sprünge seiner Konkurrenten. Silber gewann der Südafrikaner Okkert Brits, Bronze ging an den Schweden Patrik Kristiansson. Beide sprangen 5,85 m.

Nach dem Wettkampf tröstete sich Lobinger mit seinem dennoch achtbaren Ergebnis. „Der fünfte Platz ist kein Grund, enttäuscht zu sein“, sagte Lobinger, „ich war immerhin nahe dran.“ Noch im März hatte Lobinger allerdings bei der Hallen-WM in Birmingham den Titel gewonnen. Der Einzige, dem es bisher gelang, in einem Jahr sowohl in der Halle als auch im Freien Weltmeister zu werden, war Serien-Weltrekordler Sergej Bubka. Ein derartiges Doppel war von Lobinger eher nicht zu erwarten. Denn nach einer starken Wintersaison zeigte der 30-Jährige im Sommer nur schwankende Form. Die war auch beim Finale gestern Abend zu sehen. 5,80 m meisterte Lobinger auf Anhieb. Doch als es bei 5,85 m um die Medaillen ging, riss er dreimal. Der zweite Versuch war dabei der beste. Lobinger war fast über die Latte hinweg, als er sie doch noch zu stark touchierte. Im ersten Versuch hatte er zuvor versucht, die Latte mit der Hand am Fallen zu hindern, was nach den neuen Regeln allerdings verboten ist. Hätte Lobinger, der als einziger deutscher Springer im Finale stand, die 5,85 m geschafft, hätte er eine Medaille gewonnen.

Überraschend war es der Italiener Giuseppe Gibilisco, der die 5,85 m als Erster schaffte. Im wichtigsten Wettkampf des Jahres erreichte er damit einen italienischen Rekord. Und das, obwohl der 24-Jährige bei 5,75 m fast schon ausgeschieden wäre. Zweimal hatte er gerissen, sich den letzten Versuch dann für 5,80 m aufgehoben und diese Höhe dann gemeistert. Danach sprang er auf Anhieb auch gleich noch 5,85 sowie 5,90 m und gewann Gold. Es ist das erste Mal, dass ein italienischer Stabhochspringer bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen gewann.

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