Sport : Rostock steigt nach dem 1:2 gegen Leverkusen ab

Kerstin Hebeler[Rostock]

Bayer Leverkusens Trainer Michael Skibbe lag mit seiner Analyse nicht ganz richtig. „Uns allen ist heute ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte er nach dem 2:1-Sieg seiner Mannschaft gegen Hansa Rostock. Das traf so nicht zu. Denn die Rostocker waren zweifelsohne mit dem Resultat nicht zufrieden, hat doch die Niederlage ihren Abstieg besiegelt. Was sich nach dem Schlusspfiff abspielte, war surreal. Die Rostocker Anhänger feierten ihre Mannschaft und ließen Trainer Frank Pagelsdorf hochleben. Und das, obwohl Hansa gerade abgestiegen war.

Die Spieler wurden so gefeiert, weil sie entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit bis zum Spielende gekämpft hatten. In der Schlussphase hatte Hansa sogar noch mehrere Chancen zum Ausgleich, nachdem zuvor Addy-Waku Menga in der 67. Minute den Anschlusstreffer für die Rostocker erzielt hatte. Die Leverkusener, die nach einer langen Niederlagen-Serie jetzt weiter Chancen auf einen Uefa-Cup-Platz haben, waren durch zwei Foulelfmeter in Führung gegangen. Simon Rolfes (40.) und Gonzalo Castro (58.) verwandelten die Strafstöße. „Wie die Treffer gefallen sind, das war symptomatisch für die Saison“, sagte Pagelsdorf.

Da Hansa im vorerst letzten Bundesliga-Heimspiel recht untypisch auftrat und sich durch den Rückstand nicht entmutigen ließ, ging der Abstieg erstaunlich harmonisch über die Bühne. Erst in der vergangenen Woche hatte der langjährige Hansa-Spieler René Rydlewicz kritisiert, dass der Verein zu sehr auf unerfahrene Spieler setze. Unabhängig davon hatte Hansas Vorstand durchblicken lassen, dass er Gesprächsbedarf mit Pagelsdorf über dessen Zukunft in Rostock habe. Sie haben sich zusammengerauft und scheinen zu dem Schluss gekommen zu sein, dass nicht alles schlecht war, was in den vergangenen Monaten in Rostock passiert ist. Rydlewicz durfte gegen Leverkusen zunächst spielen. Außerdem bekundeten Klubführung und Trainer nach Spielschluss einander die Treue. „Ich bleibe“, sagte Pagelsdorf, und Hansas Klubchef Dirk Grabow beteuerte: „Wir gehen definitiv mit Frank Pagelsdorf in die Zweite Liga.“

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