Spremberg : Gnadenfrist für den alten Dorfkonsum

Der alte Dorfkonsum in Weskow soll erst nach der 500-Jahr-Feier des Spremberger Ortsteils abgerissen werden. Eine dreiköpfige Familie kämpft gegen den Abriss.

Vor Beendigung des dreitägigen Festes am 12. September seien keine Maßnahmen zur Umsetzung des Beschlusses vom Verwaltungsgericht Cottbus geplant, sagte der stellvertretende Landrat des Spree-Neiße-Kreises, Olaf Lalk (CDU). Im Übrigen werde die Kreisbehörde keinen exakten Termin für die mögliche Zwangsräumung der dreiköpfigen Familie Manteufel und auch keinen genauen Abrisstermin kommunizieren.

Ursprünglich sollten Zwangsräumung und Abriss des Gebäudes bereits ab Mittwoch erfolgen. Bei den Planungen sei jedoch das Fest zum 500. Jubiläum der Ersterwähnung des Dorfes im Jahr 1510 berücksichtigt worden, sagte Lalk. Der Weskower Ortsvorsteher Ingo Miersch (SPD) sagte: „Wir wollten uns die Feierlichkeiten nicht durch die schlechteste aller Lösungen trüben lassen und haben um Aufschub der unpopulären Aktion gebeten.“

Laut Miersch ist die Entscheidung zum Abriss für die meisten der rund 900 Einwohner Weskows unverständlich und bedauerlich. Auch während des Jubiläumsfestes soll der bereits über 15 Jahre währende Streit um den alten Dorfkonsum eine Rolle spielen. Nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Cottbus von 1999 müssen Laden und Wohnhaus abgerissen werden. Ein Nachbar hatte gegen die zu geringe Abstandsfläche eines Zusatzbaus geklagt und recht bekommen.

Die Besitzer wollen nicht freiwillig aus ihrem Haus ausziehen. Sie verweisen auf eine fehlerhaft erteilte Baugenehmigung der Kreisbehörde und fordern angemessenen Schadenersatz. Eine von Spree-Neiße-Landrat Hartmut Altekrüger (CDU) angemietete Ersatzwohnung habe die Familie nach dem Scheitern der geplanten Verschiebung des Gebäudes durch eine Spezialfirma abgelehnt, erklärte der Anwalt der Familie bereits am Dienstag. Der Nachbar hatte mitteilen lassen, dass er dies nicht zulasse. (dapd)

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