Der Tagesspiegel : Störche: Feste für die Rotstrümpfe

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Überall Störche: Sie staksen durch die Wiesen und Sümpfe, sie brüten auf Kirchen- und Scheunendächern, auf Schornsteinen, Holz- und Stahltürmen oder wie kurz vor Neuruppin auf einem ausgedienten Trabi. Manchmal müssen aus dem Nest gefallene Jungtiere in Zoos und Tierparks aufgezogen werden. Die meisten Storchenpaare fühlen sich im Sommer in Rühstädt zu Hause, das sich seit 1996 als "Europäisches Storchendorf" bezeichnen darf. In 37 Horsten leben derzeit 200 Störche. 1958 waren die ersten drei Nisthilfen gebaut worden. An diesem Wochenende steigt das alljährliche Storchenfest. Auf dem Festprogramm stehen Storchenführungen, Konzerte, Tanzdarbietungen sowie - etwas am Thema vorbei - ein Gesprächsforum mit CDU-Innenminister Jörg Schönbohm zum Thema Polizeistruktur in der Prignitz.

Das zweite Brandenburger Storchendorf Linum, nördlich Berlins gelegen, feiert am 4. und 5. August sein Dorffest. In diesem Jahr wurden hier 13 Storchenpaare mit 24 Jungen gezählt. Kurz nach dem Schlüpfen des Nachwuchses beobachteten Spaziergänger hier dramatische Szenen in den Nestern. Überzählige Jungstorche wurden von den Eltern ziemlich brutal entweder im hohen Bogen heruntergeworfen oder gar totgebissen. Ein Fachmann des Linumer Storchenzentrums stellte die Vorfälle als "ganz natürlich" dar. Die Storcheneltern würden wissen, wieviel Nachwuchs sie verpflegen könnten und kürzten deshalb rigoros die Familiengröße. Das gleiche Phänomen wurde auch von den Bewohnern des Vetschauer Storchenzentrums am Rande des Spreeewaldes berichtet. Hier kann sich jedermann direkt als Beobachter via Internet in die Horste einschalten. Auch hier wird eine Abnahme der Nahrungsflächen als Ursache für die abnehmende Zahl von Jungtieren angesehen.

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