Boxen : 157 Schulen in Brandenburg müssen schließen

Erstmals Gymnasien betroffen SPD fürchtet Proteste vor der Wahl

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Potsdam. Das Schulsterben in Brandenburg geht weiter: In den nächsten Jahren werden im Land weitere 157 Schulen geschlossen, nachdem bisher 49 Einrichtungen aufgelöst wurden. Das geht aus einer Analyse von Bildungsminister Steffen Reiche (SPD) hervor, die auf einer zweitägigen Klausur der Landtagsfraktion diskutiert wurde. Geschlossen werden danach neben 109 Gesamtschulen und 26 Realschulen erstmals auch Gymnasien: 22 droht wegen sinkender Schülerzahlen das Aus.

Welche Schulen und Städte es voraussichtlich trifft, wird sich im Frühsommer dieses Jahres abzeichnen, nachdem sich die bisherigen Sechstklässler für die weiterführenden Schulen angemeldet haben. Der Termin beunruhigt Brandenburgs Sozialdemokraten wegen der Landtagswahl im September. Angesichts der „großen Zahl der Schulen“, an denen im neuen Schuljahr 2004/2005 keine neuen 7.Klassen eingerichtet werden, „ist gerade vor dem Hintergrund der Landtagswahl mit Protesten der betroffenen Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Vertreter von Kommunen zu rechnen“, heißt es in dem ReichePapier.

Schon jetzt würden das Ministerium zahlreiche Schreiben erreichen, in denen der Erhalt von Schulen gefordert wird. Es werde aber nur gelingen, in circa der Hälfte der Grundzentren – das sind rund 50 kleinere Orte – eine weiterführende Schule zu erhalten. Mit Blick auf die Planung der Schulstandorte sei das kommende Schuljahr „als das schwierigste anzusehen.“ Trotz der erwarteten Widerstände will das Bildungsministerium aber weiterhin an der Linie festhalten, auch in Ausnahmefällen keine einzügigen weiterführenden Schulen - also Schulen mit einer einzigen 7. Klasse - zuzulassen. An einzügigen Schulen könnten die Qualitätstandards, aber auch Wahlpflichtangebote, nicht gewährleistet werden, argumentiert der Bildungsminister. Allerdings gestattet er künftig kleinere Klassen von 15 Schülern. thm

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