• 500000 Euro täglich für den Großflughafen Vor allem Straßenausbau kostet schon jetzt

Boxen : 500000 Euro täglich für den Großflughafen Vor allem Straßenausbau kostet schon jetzt

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Schönefeld Trotz der unsicheren Rechtslage um den geplanten Großflughafen in Schönefeld wird bereits erheblich in das Vorhaben investiert. „Die täglichen Ausgaben liegen bei 500000 Euro“, teilte der kaufmännische Geschäftsführer der Berliner Flughafengesellschaft, Dieter Johannsen-Roth, vor dem Märkischen Presse- und Wirtschaftsclub mit. „In dieser Summe stecken vor allem Ausgaben für den Bau des Autobahnzubringers A113, die Umsiedlung von Diepensee und die Vorplanungen.“ Nach seinen Angaben werden sich die reinen Baukosten des Flughafens auf 1,8 bis 1,9 Milliarden Euro belaufen, gerechnet nach heutigen Preisen. Da hier mit einer Erhöhung gerechnet wird und für die aufzunehmenden Kredite Zinsen anfallen, müssten die Steuerzahler insgesamt 2,5 Milliarden aufbringen. Die Flughafengesellschaft gehört dem Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg. Alle Privatisierungsversuche des Bauvorhabens sind bislang gescheitert.

„Wir planen die Eröffnung von Schönefeld zum Winterflugplan 2010/11“, versicherte Staatssekretär Tilo Braune vom Bundesverkehrsministerium. Er hoffe, dass die Gerichte in anderthalb Jahren über die Klagen gegen die Baugenehmigung entschieden haben. „In der Zwischenzeit können aber schon viele vorbereitende Arbeiten erfolgen.“

Schon jetzt steht das Szenario des Baugeschehens fest. Täglich sollen 7000 Arbeiter beschäftigt sein; in jeder Stunde werden 800 Lastwagen unterwegs sein.

Bereits für das Jahr 2011 rechnet die Berliner Flughafengesellschaft mit 21 Millionen Passagieren. Derzeit bringen es Tegel, Schönefeld und Tempelhof auf jährlich 15,5 Millionen Passagiere. In diesem Jahr weist der Airport Schönefeld nach Stuttgart die zweithöchste Steigerungsrate bei den Passagierzahlen in Deutschland auf. Bis zum Jahresende dürften ihn schätzungsweise 3,5 Millionen Passagiere nutzen – 1,7 Millionen mehr als im Vorjahr.

Johannsen-Roth kündigte an, Service und Dienstleistungen in Tempelhof nur noch im eingeschränkten Maße aufrechtzuerhalten. „Wir wollen die endgültige Schließung so schnell wie möglich.“ Ste.

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