• Auf Inline-Skates ins Guinnes-Buch: Nur der Wind und Wehen können Mathias Lillge bremsen

Boxen : Auf Inline-Skates ins Guinnes-Buch: Nur der Wind und Wehen können Mathias Lillge bremsen

Claus-Dieter Steyer

Er läuft und läuft und läuft: Seit Montagnachmittag dreht Mathias Lillge im Gewerbegebiet Altranft bei Bad Freienwalde fast pausenlos seine schnellen Runden. Mit Inline-Skates will der 39-jähriger Extremsportler bis Sonntag 1000 Meilen (1609,344 Kilometer) schaffen. Pro Tag gönnt er sich nur zweieinhalb bis drei Stunden Schlaf. Dazu kommen einige kleinere Pausen zum Wechseln der Schuhe mit den kleinen Rollen, zum Essen und zur Massage.

Gestern nachmittag passierte er unter dem Beifall seiner Betreuer die 1000-Kilometer-Marke. Allerdings hängt er etwas hinter dem selbstgesteckten Zeitplan zurück. Der heftige Wind an den vergangenen Tagen und vor allem die seit gestern herrschenden hohen Temperaturen haben ihn etwas gebremst. Gegen die Sonne schützt er sich mit einer Windel unter dem Schutzhelm und einem Nasenpflastern. "Falls es aber noch heißer wird, verlege ich die Ruhephase in die Mittagszeit", sagte der studierte Anlagenbauer. "Dann drücke ich nachts etwas mehr aufs Tempo."

Mit seiner Leistung hätte er gute Chancen auf eine Eintragung ins Guinness-Buch der Rekorde. "Aber das ist mir nicht so wichtig", meinte Lillge. "Vor allem will ich mir selbst beweisen, dass so eine Herausforderung zu packen ist." Dennoch hat er ein Protokoll vorbereitet und drei Zeugen seines Laufes um ihre Unterschrift gebeten. Zudem ist Lillge mit seinem Lauf im Netz präsent (www.Oderland.de). An Zeugen mangelt es also nicht, zumal stets Betreuer an der insgesamt 1265 Meter langen Asphaltstrecke durch das Gewerbegebiet stehen. Vor allem seine Frau Cordula sorgt sich um das Wohlbefinden. Sie könnte aber auch den Rekordversuch noch vorzeitig stoppen. "In 14 Tagen erwarten wir unser drittes Kind", erzählte sie. "Falls es sich aber schon vorher meldet, kommt mein Mann mit in den Kreißsaal.

Inzwischen hat sich der ungewöhnliche Lauf in der ganzen Umgebung herumgesprochen. Neugierige kommen von überall her, applaudieren und begleiten den Sportler ein Stück auf seinem Weg. Einige schnallen sich dafür selbst Inline-Skates unter oder steigen aufs Fahrrad. Über starke Schmerzen klagt Lillge bisher noch nicht, "nur die Fußsohlen melden sich unentwegt."

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