Boxen : CargoLifter: Jetzt kommt der Wind von vorne

Reinhart Bünger

Die Transportluftschiffe der CargoLifter AG sollen mehr sein als ein neues Transportmittel: Das innovative Logistikkonzept werde tiefgreifende Auswirkungen auf viele Industriezweige und die Infrastrukturentwicklung einiger Weltregionen haben, ist sich der Vorstandsvorsitzende Carl von Gablenz sicher. 2001 soll in der Werft in Briesen der Prototyp CL 160 gebaut werden.

Zurzeit weht dem Unternehmen allerdings der Wind ins Gesicht: Die Kurse der CargoLifter AG fallen seit die Altaktionäre Kasse machen und die Financial Times Deutschland berichtete über eine angebliche Kostenexplosion bei der CargoLifter AG. Überdies sehen sich die Luftschiffpioniere unglaublichen Vorwürfen ausgesetzt: Heiko Teegen, Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift "Pilot und Flugzeug", bezweifelt im Internet, dass die CargoLifter mit den geplanten Lasten fliegen können. Das Luftschiff sei "etwa 150 Tonnen zu schwer", will Teegen errechnet haben. Der Prototyp könne "nicht einmal die deutschen Mittelgebirge überfahren", könne auch "nicht über weite Wasserstrecken operiert werden, da der Gewichtsverlust durch den enormen Treibstoffverbrauch nicht zu kompensieren wäre." Teegen wirft Brandenburgs Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß vor, "fahrlässig bis zu 200 Millionen Mark öffentlicher Mittel in ein Projekt gesteckt zu haben, das offensichtlich nicht die geringste Chance hat, das investierte Geld zu amortisieren". Die CargoLifter AG erstattete daraufhin Strafanzeige gegen Teegen wegen Verleumdung und "Verstoß gegen das Börsengesetz". Die von Teegen im Internet dargestellten Sachverhalte seien "verzerrt bzw. falsch dargestellt".

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